30.Mai 2010, 19:40 Uhr
PES 2010
Hier haben wir für euch noch einen aktuellen Blogeintrag der Entwickler von PES 2010. Dabei philosophieren sie über die unterschiedlichen Kameraeinstellungen und bieten einige Einblicke in die Produktion von Pro Evolution Soccer. Den ganzen Beitrag könnt ihr hier lesen.
Hi Leute,
ich hoffe, es geht euch gut. Heute wollen wir ein wenig tiefer in die Produktion eintauchen und uns mit dem Kamera Management befassen.
Bei der Kamera geht es nicht nur um Schärfe, Entfernung oder Sichtbarkeit, vielmehr handelt es sich um eine Kernfunktion in puncto dynamisches Gameplay und Realismus. Mit einem schlechten Kamera Management kann man den kompletten Rhythmus eines Spiels ruinieren - besonders dann, wenn es sich um ein Sportspiel handelt! Wir sind es gewohnt, Fußballspiele im Fernsehen zu erleben, und nehmen überhaupt nicht wahr, wie komplex die Einstellungen auf Spieler oder Bewegungsgeschwindigkeiten sind bzw. wie gut die Aktionen auf dem Spielfeld bei richtiger Kameraarbeit eingefangen werden. In einem Videospiel muss man mindestens so gut wie im Fernsehen sein, aber wenn es besser klappt, ist das natürlich besser
Mit verschiedenen Techniken kann man der Kamera förmlich eine Identität verleihen. Einige Kameraeinstellungen konzentrieren sich auf Spielerfähigkeiten (allgemeine Nahaufnahmen als Grundlage für Wiederholungen), mit einem größeren Blickwinkel können Spielzüge einfacher ausgeführt werden. Andere Einstellungen werden speziell für Standardsituationen verwendet, weitere zeigen z. B. Animationen außerhalb des Spielfelds etc. Das Kamera Management muss bei allen Aktionen stimmig sein (kurze, lange oder von Flanke zu Flanke ausgeführte Pässe, Offensive, Defensive, enge Aufstellungen, Abseitsfallen ...) Es gilt also, viele Parameter zu berücksichtigen!
Unsere Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass die Kamera die Aktionen einfängt und bei allen Arten von Spielzügen sowie Standardsituationen funktioniert. Was aber am wichtigsten ist: Das Spiel muss intensiv und spannend für den Benutzer sein.
Mit Kameraeffekten zu experimentieren, ist manchmal extrem schwierig, jedoch äußerst entscheidend.
Beispielsweise können bestimmte visuelle Effekte die empfundene Ballgeschwindigkeit je nach Kameraverfolgung beeinflussen. Mit einer kurzen Verzögerung und folgendem Fokussieren beim Schuss eines Stürmers kommen Geschwindigkeit und Kraft wesentlich besser rüber. Natürlich können wir den Ball verfolgen und ständig in der Bildschirmmitte darstellen, aber nach fünf Minuten würde wohl jeder bei solch einer Kameraeinstellung in Tiefschlaf fallen. Ich schätze, dass dieses grundlegende Beispiel hilft zu verstehen, welche Möglichkeiten wir mit der Kamera haben und wie wesentlich das Thema ist.
Vor einiger Zeit bin ich mit dem ganzen Team ins Stadion gegangen. Wir hatten Karten für alle Bereiche und konnten so alle 15 Minuten die Sitzplätze wechseln, um die Vor- und Nachteile verschiedener Blickwinkel zu erkennen. Danach haben wir uns Fußballspiele im Fernsehen angeschaut. Ja, mit Pizzas - und ja, mit Mineralwasser

. Das Leben ist hart.
Wo wir gerade von Pizza reden, werde ich jetzt mal zu Mittag essen. Vielleicht einen Salat? (Wahrscheinlich hole ich mir sowieso einen Burger ...)
Euch noch einen wunderschönen Tag!
Axel