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05.August 2011, 15:14 Uhr - FIFA 12 vs. PES 2012 Virtueller Ballvergleich

Anpfiff zur neuen Bundesliga-Saison! Auf die virtuellen Kicks Pro Evolution Soccer 2012 und FIFA 12 muss man allerdings noch warten. Doch welcher Titel kann was besser? Wir vergleichen.

Es ist wieder soweit: Die Bundesliga geht in die neue Saison, für Millionen Fußballfans ist damit eine lange Wartezeit beendet. Doch während nun im realen Leben wieder fleißig gegen den Ball getreten wird, dauert es bis zum Erscheinen der großen Fußballspielkontrahenten FIFA 12 von EA Sports und Pro Evolution Soccer 2012 von Konami noch ein bisschen. Passend zum Bundesligastart beleuchten wir die beiden Spiele in den wichtigsten Disziplinen und verraten, was sich im Vergleich zu den Vorjahresversionen getan hat.

Grafik



FIFA 12: Der Titel von EA macht auch in diesem Jahr wieder einen sehr guten optischen Eindruck, auch wenn sich im Vergleich zur Vorjahresversion nicht allzu viel getan hat. Sämtliche Spieler und Stadien sehen sehr gut aus, die meisten Kicker erkennt ihr auf den ersten Blick. Auch die Animationen sind größtenteils wieder sehr realistisch, besonders die neuen Zweikampfbewegungen wirken aber noch etwas übertrieben.



Pro Evolution Soccer 2012: Die Farben sind beim Konami-Spiel ein wenig kräftiger als beim Konkurrenten. Auch hier sehen Kicker und Arenen gut aus, große Sprünge gibt es aber wie beim EA-Titel nicht. Die Animationen wurden noch einmal aufgehübscht, es gibt zum Beispiel deutlich ausgefeiltere Zweikampfanimationen und kleine Schmankerl wie Absatzkicks oder Spieler, die sich vor einem Einwurf den Ball selbst in die Hände lupfen.

Realismus/Spielablauf



FIFA 12: Nicht nur wegen der Lizenzen kommen die Partien in FIFA 12 sehr nahe an echten Fußball heran. Die neue Player Impact Engine stellt Zweikämpfe und Kollisionen von Spielern wesentlich lebensnaher da, hat aber auch Einfluss auf den Spielaufbau. So fallen die Kicker nach einem Tackling nun nicht mehr zwangsläufig hin, sondern straucheln und laufen weiter. Mit kurzen Pässen lässt es sich ebenso gut arbeiten wie mit tödlichen Zuspielen in die Spitze.



Pro Evolution Soccer 2012: Das sehr gewöhnungsbedürftige Passsystem des Vorgängers wurde entschärft, dank eines einstellbaren Passassistenten kommen Zuspiele nun wesentlich genauer an. Damit lässt sich besonders im Mittelfeld herrlich kombinieren und auf den richtigen Moment für den tödlichen Pass warten. Tore müssen jetzt noch besser herausgespielt werden, was den Spieler geradezu zu einem realistischen Spielaufbau zwingt.

KI



FIFA 12: Wie die Profis: In FIFA verhält sich jeder Spieler ähnlich wie sein reales Vorbild. Es gibt also verschiedene Spielertypen die allesamt unterschiedlich auf Spielsituationen reagieren – sehr schön. Auch in der Abwehr stehen die Spieler jetzt kompakter und machen einen Torerfolg ziemlich schwierig.



Pro Evolution Soccer 2012: Hier hat sich der Titel den größten Sprung gemacht. KI-Mitspieler laufen sich jetzt deutlich öfter frei, Abwehrreihen können nicht mehr so einfach überlaufen werden und Pässe werden gerade im Mittelfeld noch öfter abgefangen, da die Gegner Passwege schneller erahnen. Insgesamt kommt es dadurch zu einem deutlich realistischeren Spielablauf.

Atmosphäre



FIFA 12: Die Stimmung in die Stadien ist hervorragend, was unter anderem an den originalen Fangesängen liegt. Abseits des Platzes hat sich dagegen wenig getan, außerdem bleibt abzuwarten, wie sich die deutschen Kommentatoren in diesem Jahr schlagen. Die Atmosphäre beim Einmarsch der Mannschaften samt TV-Einblendungen ist wie immer auf sehr hohem Niveau.



Pro Evolution Soccer 2012: Konami holt in diesem Punkt noch weiter auf und sorgt für mehr Leben auch abseits des Platzes. Jetzt laufen auch Ordner am Rande des Platzes herum und die Trainer gestikulieren wild in der Coaching-Zone. Wie bei FIFA ist auch die Präsentation von den Mannschaftseinläufen und der Rest (z.B. Wiederholungen nach Toren, Chance etc.) sehr gut gelungen.

Kontrolle/Steuerung



FIFA 12: Das neue Precision Dribbling soll laut EA Sports für eine präzisere Ballkontrolle auf engstem Raum, mehr Zeit für Entscheidungen im Angriff und eine größere Kontrolle über das Spieltempo sorgen. Das macht sich beim Spielen zwar nicht großartig bemerkbar, fügt sich aber harmonisch ein. Ansonsten spielt sich FIFA 12 flott und dynamisch wie eh und je.



Pro Evolution Soccer 2012: Die größte Neuerung bei der Steuerung ist die "Off the Ball-Control", mit der man auch Spieler steuern kann, die nicht direkt am Ball sind. So wählt man zum Beispiel vor einer Ecke einen kantigen Stürmer und versucht sich mit dem freizulaufen, um ein Tor zu erzielen. Es ist sogar möglich, zwei Spieler unabhängig voneinander zu steuern – nur für Profis!

Lizenzen



FIFA 12: Fußballfreunde erwartet das alljährliche dicke Lizenzpaket. Sämtliche großen und wichtigen Ligen sind komplett lizenziert, oft geht die Auswahl bis in die zweiten Ligen. Das trifft natürlich auch auf die Stadien, Spieler und Trikotsätze zu – wer unbedingt mit seinen Lieblingskickern auf Torejagd gehen will, ist bei FIFA am besten aufgehoben.



Pro Evolution Soccer 2012: Genaue Informationen zu den Lizenzen stehen noch aus, fest steht bisher nur, dass ihr auch in diesem Jahr exklusiv bei Konamis Konsolenkick in der Champions- und Euro-League antreten dürft. Außerdem sind wohl wieder die Copa Libertadores und wichtige Teams aus Europa lizenziert, einen ähnlichen Umfang wie bei FIFA darf man aber nicht erwarten.

Fazit:

Das wird ganz spannend in diesem Jahr! Nachdem FIFA im letzten Jahr ein Stückchen davon gezogen war, holt Konami nun wieder auf – dank deutlich verbesserter KI und einem wesentlich flüssigeren Spielablauf als noch bei PES 2011. FIFA 12 glänzt dagegen mit dem dicken Lizenzpaket und der coolen Player Impact Engine. Wir warten jetzt auf die Testversionen und sind gespannt, wer in diesem Jahr die Nase vorn hat.

Autor: Christian