Fussball
01.Juni 2011, 14:07 Uhr
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Die Fans hatten bis zuletzt gehofft, doch der Mannschaftskapitän des 1. FC Nürnberg verlässt den fränkischen Traditionsverein nach 14 Jahren. Andreas Wolf konnte sich mit seinem Arbeitgeber nicht über eine Verlängerung des zum 30. Juni auslaufenden Vertrags einigen. Damit ist der 28-Jährige nach Marek Mintal der zweite langjährige Club-Spieler, der zum Rundenende "Servus" sagt.

Nachdem sich die beiden Parteien am Ende einer monatelangen Hängepartie nicht einigen konnten, ist die Trennung nun perfekt. Wolf verabschiedete sich in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an die Fans des FCN und teilte seine Entscheidung mit, den Bundesligisten zu verlassen.

Wolf schreibt darin, dass er sich seinen Abschied "mal etwas anders erhofft hatte". Die Darstellung der Verhandlungsphase mit dem Club sei "oft nicht ganz korrekt" gewesen, für ihn sei das Geld nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen. Der Abwehrspieler habe sich "eine gewisse Wertschätzung" von Seiten des Vereins erhofft. "Und die konnte ich leider nicht vorfinden." Hätte er das Gefühl gehabt, Trainer und Verein würden ihn gerne weiter mit an Bord haben, "wäre es nicht am Finanziellen gescheitert", so Wolf in dem Schreiben.

Die sportliche Leitung in Nürnberg widerspricht dieser Darstellung. Unter Trainer Dieter Hecking war Wolf gesetzt. Sportdirektor Martin Bader unterstrich: "Es ging immer nur ums Finanzielle." Zum Hintergrund: Wolf hatte kurz nach dem Pokalsieg zu sehr guten Konditionen verlängert. Den nun auslaufenden Kontrakt hätte der FCN nur zu stärker leistungsbezogenen Konditionen verlängert. Der Spieler wollte dies nicht.

Wolf geht nach 175 Erst- (sechs Tore) und 38 Zweitligaspielen (ein Tor) für die Franken mit einem weinenden Auge. Ziel unbekannt. Ein Spiel "gegen meinen Club" kann er sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht vorstellen. Mit seinem Club hatte Wolf 2007 im Finale gegen den VfB Stuttgart den DFB-Pokal geholt und in der Saison darauf im UEFA-Cup gespielt. 2004 und 2009 stieg er mit dem FCN in die Bundesliga auf. Seit einem Kreuzbandriss im Sommer 2008 war der in Tadschikistan geborene Wolf mehrfach am Knie verletzt, gehörte in der abgeschlossenen Spielzeit jedoch wieder zu den Leistungsträgern: In 30 Einsätzen erzielte Wolf drei Tore und gab einen Assist (kicker-Notenschnitt 3,38).

Der 1. FC Nürnberg hatte seinen Defensivverbund vor einigen Tagen mit dem jungen Schweizer Timm Klose (FC Thun) verstärkt - ein weiteres Signal dafür, dass es mit Wolf nicht weitergehen würde. Mit Aufsteiger Philipp Wollscheid (22), dem Schweden Per Nilsson (28) und Dominic Maroh (24) stehen drei weitere Innenverteidiger im Kader für die kommende Saison. Auch der argentinische Außenverteidiger Javier Pinola (28) kann zentral aushelfen.
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