14.März 2010, 22:21 Uhr - Wayne Rooney - wer sonst?
ManUnited gab am Sonntag im Titelrennen die richtige Antwort auf die Siege der Konkurrenz und holte sich Rang eins zurück. Chelsea mühte sich am Samstagnachmittag gegen West Ham, siegte am Ende aber deutlich. Am Abend zog Arsenal dank eines Last-Minute-Tores von Bendtner nach. Tottenham unterstrich mit einem Sieg gegen Blackburn zum Auftakt in der Premier League die Ambitionen auf Platz 4, während ManCity in letzter Minute wenigstens ein Remis rettete.
Auf Rooney ist Verlass
Am Sonntag griff Manchester United nach dem 4:0-Erfolg gegen den AC Mailand ins Geschehen ein. Vor der Partie gegen Fulham, das in der Europa League mit 3:1 bei Juventus Turin verlor, lobte Trainer Alex Ferguson nach der Gala gegen Milan den zweifachen Torschützen: "Wayne wird immer besser und war heute sensationell." Der Angreifer war wie Sturmpartner Berbatov im ersten Durchgang dicht dran an der Führung des überlegenen Meisters, holte aber Versäumtes Sekunden nach Wiederanpfiff nach, als er eine flache Hereingabe Nanis überlegt ins rechte Eck einschoss - Saisontor Nummer 24.
Die Gastgeber taten in der Folge nicht mehr als notwendig, um den Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Fast hätten die Hausherren die Quittung dafür erhalten, doch Vidic bremste in letzter Sekunde den frei vor Keeper van der Sar auftauchenden Zamora aus (75.). Erst in der Endphase zog der Meister die Zügel wieder an. Berbatov und Fletcher hatten Großchancen zum 2:0, das machte aber fast logischerweise kein anderer als erneut Rooney, der in der 84. Minute eine Klasse-Vorarbeit Berbatovs abschloss. Standesgemäß wurde es, als auch der Bulgare noch einnetzte: Der ehemalige Leverkusener markierte per Flugkopfball den 3:0-Endstand für den alten und neuen Tabellenführer (89.).
Im Anschluss trennten sich Sunderland und Manchester City mit 1:1. Die Black Cats, die erst unter der Woche gegen Bolton nach einer Negativserie von 14 sieglosen Spielen wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hatten, sahen lange Zeit wie der Sieger aus. Kenwyne Jones erzielte in der 9. Minute den Führungstreffer, der bis kurz vor dem Ende Bestand hatte. Doch dann glich Adam Johnson (90.) für ManCity, das zuletzt 4:2 bei Chelsea gewonnen hatte, doch noch aus. Platz vier ist für die Citizens weiter in Reichweite, Tottenham Hotspur (3:1 gegen Blackburn) liegt aber zwei Punkte vorn.
Am Samstag war das Duell zwischen Tottenham und Blackburn in der ersten Halbzeit relativ ausgeglichen, und doch gingen die Londoner in Führung, als Defoe eine Ecke aus kürzester Distanz unmittelbar vor der Halbzeit über die Linie drückte. Auch im zweiten Abschnitt blieb das Spiel ausgeglichen, die klareren Aktionen hatte jedoch Tottenham - eine davon nutzte Pavlyuchenko zum 2:0 (55.). Der Ex-Berliner Samba brachte Blackburn in der 80. Minute zwar wieder ins Spiel per Kopfstoß zurück, doch Pavlyuchenko war erneut zur Stelle und markierte den 3:1-Endstand.
Die Wolves jubeln in Turf Moor
Im Duell der Aufsteiger zwischen Burnley und den Wolverhampton Wanderers behielten die Gäste knapp die Oberhand. Jarvis und ein Eigentor von Carlisle brachten die Wolves auf die Siegerstraße, allerdings wurde es nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Thompson wieder etwas spannend, doch die drei extrem wertvollen Punkte gingen an die McCarthy-Elf. Burnley steht unter dem Strich und hat nun drei Punkte Rückstand auf Wolverhampton.
Drogba bleibt der Türöffner
Die Auszeichnung zu Afrikas Fußballer des Jahres 2009 scheint Didier Drogba immer weiter zu beflügeln. Der Ivorer im Sturm des FC Chelsea war mit zwei Toren wesentlich am 4:1-Erfolg der Blues gegen West Ham beteiligt. Zunächst ging es nach Plan los für die Ancelotti-Elf, in der Michael Ballack wieder in der Startformation auflief. Alex brachte Chelsea in Front, doch Parker glich für die Hammers aus. In dieser Phase zeigte sich Drogbas Wert für die Mannschaft von der Stamford Bridge, der zunächst das 2:1 markierte und auch den 4:1-Endstand besorgte. Für den dritten Chelsea-Treffer zeichnete sich der Franzose Malouda verantwortlich.
Außerdem trafen am Nachmittag die Tabellennachbarn Birmingham (8.) und Everton (9.) aufeinander. Die Toffees gingen zunächst durch Anichebe und Yakubu in Führung, doch schlug Birmingham durch Jerome und Gardner zum gerechten 2:2-Endstand zurück. Vier Tore fielen auch im Duell zwischen Bolton und Wigan, allerdings konnten nur die Hausherren jubeln - die Wanderers machen damit einen wichtigen Schritt aus der gefährdeten Zone Richtung hinteres Mittelfeld.
Arsenal jubelt spät
Eigentlich sollte es für Arsenal am Samstagabend in Hull nur eine Pflichtaufgabe werden, am Ende wurde es aber eine Zitterpartie. Dabei hatte Arshavin die Wenger-Elf, die unter der Woche in der Champions League beim 5:0 über den FC Porto brilliert hatte, mit seinem neunten Saisontor früh in Führung gebracht. Ein Elfmetertor von Bullard nach einer knappen halben Stunde brachte Hull jedoch ins Spiel zurück. Gelb-Rot gegen Boateng mit dem Halbzeitpfiff schien den "Gunners" in die Karten zu spielen, die wussten aber mit der Überzahl wenig anzufangen. So dauerte es bis zur Schlussminute, ehe Bendtner, der gegen Porto dreimal traf, seine Traumwoche mit dem Treffer zum 2:1 abschloss.
Benitez versteht es nicht
Am Montag folgt der Krisengipfel. Ort des Geschehens: Anfield. Teilnehmer: Liverpool und Portsmouth. Ausgang: ungewiss. Nicht einmal mehr international holt sich Liverpool derzeit das Selbstvertrauen. In Lille verloren die Reds mit 0:1. Bereits nach der peinlichen Pleite in Wigan (0:1) schien Rafael Benitez ratlos. "Ich weiß nicht, woran es lag. Ich weiß es wirklich nicht. Ich kann es nicht verstehen", so der verzweifelte Trainer. Vor allem die Topstars Gerrard und Torres präsentieren sich derzeit nur noch als Schatten ihrer selbst. Portsmouth ist ohnehin der Dauerpatient schlechthin. Immerhin: Im FA-Cup findet sich Pompey im Halbfinale wieder. Und so meinte Trainer Avram Grant: "Man kann viel zerstören, aber nicht unseren Teamgeist!"
Autor: Christian