29.Juni 2011, 14:29 Uhr
Fussball
Mit einer ersten Pressekonferenz hat André Villas-Boas am Dienstag seine Arbeit als neuer Trainer des FC Chelsea aufgenommen. Dabei versprach der 33-Jährige, einen offensiveren Fußball an der Stamford Bridge spielen lassen zu wollen. Der Portugiese, der in seiner Heimat schon als "neuer Mourinho" gefeiert wird, trat bei seiner offiziellen Vorstellung in London ein wenig bescheidener auf als sein prominenter Landsmann vor sieben Jahren.
Mourinho hatte sich den Journalisten bei seiner Präsentation seinerzeit als "the special one" vorgestellt. Villas-Boas, einst Mourinhos Assistent bei Chelsea, begann seine Amtszeit an der Stamford Bridge bescheidener. "Das ist keine One-Man-Show. Es geht darum, Identifikation, Ehrgeiz und Motivation zu erzeugen", erklärte Villas-Boas auf die Frage, wie er von den Medien gerne genannt werden wolle: "Ich bin nur ein Kerl in diesem großen Klub. Vielleicht sollte ich 'the group one' genannt werden, weil ich eine Gruppe von Menschen formen und erfolgreich sein will."
Auch in Richtung seiner Kollegen wollte Villas-Boas, den Chelsea vom FC Porto losgeeist hatte, nicht schon am ersten Tag Kampfansagen formulieren: "Es geht nicht darum, dass ich es im Duell Mann gegen Mann mit Sir Alex Ferguson oder anderen Premier-League-Trainern aufnehme, sondern darum, dass ein Spitzenklub wie Chelsea um den Titel mitspielt." Der riesigen Erwartungshaltung sei er sich bewusst, sagte Villas-Boas: "Wir müssen von Beginn an oben mitspielen."
Den Fans der Blues, die am 13. August mit einem Auswärtsspiel bei Robert Huth und Stoke City in die neue Saison starten, versprach der neue Trainer offensiven Fußball. "Es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern darum, mit einem gewissen Flair zu gewinnen", meinte der Portugiese, der überraschend den langjährigen Chelsea-Profi und früheren italienischen Nationalspieler Roberto Di Matteo (41, zuletzt Trainer bei West Bromwich Albion) zu seinem Assistenten ernannte. Beim Vorbereitungsstart am 6. Juli würde er alle derzeitigen Spieler zurückbegrüßen, so Villas-Boas, der der siebte Trainer in der achtjährigen Ära unter Klubchef Roman Abramovich ist.
Neues Vertragsangebot für Drogba - doch Marseille lockt
Also auch Didier Drogba. Der Vertrag des Ivorers läuft im Sommer 2012 aus. Olympique Marseille, von dem der Angreifer 2004 an die Stamford Bridge wechselte, hat Interesse an einer Rückholaktion bekundet, auch Galatasaray soll seine Angel ausgeworfen haben. Derartigen Bemühungen will Chelsea nun offenbar einen Riegel vorschieben und mit Drogba vorzeitig um ein Jahr verlängern.
Und das, obwohl der Ivorer bei den Blues seit der Verpflichtung von Fernando Torres nicht mehr gesetzt ist. Außerdem dürfte dem 33-Jährigen noch neue Konkurrenz erwachsen. Villas-Boas hofft weiterhin, dass ihm der Kolumbianer Falcao, der Porto mit 17 Toren nahezu im Alleingang zum Europa-League-Titel schoss, nach London folgt. Zudem buhlt Chelsea um Anderlechts Supertalent Romelu Lukaku (18) und ist auch im Ringen um den Brasilianer Neymar noch nicht ausgestiegen, auch wenn Real Madrid momentan die besten Aussichten auf eine Verpflichtung des 19-Jährigen zu haben scheint, dessen Vertrag eine Ausstiegsklausel über rund 45 Millionen Euro beinhaltet. Chelsea hatte sich im Sommer 2011 bereits einen Korb beim FC Santos abgeholt.