Fussball
09.Mai 2011, 13:54 Uhr
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Zwölf Jahre war Nuri Sahin alt, als er sich 2001 Borussia Dortmund anschloss - zehn Jahre später heißt das große Ziel Madrid. Am Montag verkündete der Motor der schwarz-gelben Meister-Mannschaft, was kicker online bereits am Sonntag berichtet hatte: den Abschied vom BVB und den Wechsel zu Real. "Diese Entscheidung ist mir sehr, sehr schwer gefallen", beteuerte Sahin, der offenbar auch in Spanien lange Station machen will: Er erhält einen Sechsjahresvertrag.

Halb wehmütig, halb stolz - Sahin übte sich bei der eigens anberaumten Pressekonferenz im Spagat zwischen Abschied und neuer Herausforderung: "Ich werde immer ein Fan und Mitglied des BVB bleiben", sagte der 22-Jährige einerseits, andererseits aber auch: "Ich gehe das mit großem Selbstvertrauen an und bin zu einem Spieler gereift, der sich bei Real durchsetzen kann."

Dort freut man sich schon auf die "Sensation der Bundesliga", wie die "Königlichen" am Montag auf ihrer Website schrieben: "Der Deutsch-Türke ist ein Mittelfeldspieler der Extra-Klasse."

Mesut Özil und Sami Khedira dürfen sich in jedem Fall auf eine weitere Top-Verstärkung aus der Bundesliga freuen, Real auf ein echtes Schnäppchen. Der BVB kann sich aufgrund einer Klausel nämlich lediglich mit einer Ablösesumme von zehn Millionen Euro für den Verlust seines Strategen trösten. Bis zum Schluss hatte man beim frisch gebackenen Meister gehofft, Sahin eine Verlängerung seines bis 2013 gültigen Kontrakts schmackhaft zu machen - vergeblich.

inanzielles sei bei der Entscheidung pro Real nicht ausschlaggebend gewesen, betonte Sahin: "Ich habe Real Madrid nicht wegen des Geldes gewählt, sondern weil es der größte Klub der Welt ist. Es ist unmöglich, Nein zu sagen, allein schon wegen der sportlichen Ambitionen und der Geschichte." Er könne es kaum erwarten, unter José Mourinho, einem der besten Trainer der Welt, zu trainieren.

FIFA 08 Diarra kommt nicht

Den ersten Rückschlag beim Versuch, den Erfolgskader zusammenzuhalten, hat der BVB damit erlitten, Ilkay Gündogan soll ihn abdämpfen. Der 20-Jährige kommt für vier Millionen Euro bis 2015 vom 1. FC Nürnberg und könnte Sahin auf der Doppel-Sechs neben Sven Bender ersetzen. Allerdings ist damit die Verpflichtung eines weiteren defensiven Mittelfeldspielers nicht ausgeschlossen, auch wenn Sportdirektor Michael Zorc ein aus Frankreich kolportiertes Interesse an Alou Diarra (29) von Girondins Bordeaux schnell dementierte.

Gleichzeitig stellte Zorc bei der Sahin-PK am Montag klar, dass weitere Abgänge von Leistungsträgern nicht drohen würden: "Nur in diesem Fall waren uns die Hände gebunden."

Sahins Einstand im deutschen Profi-Fußball war 2001 ein echter Paukenschlag: Mit 16 Jahren und 335 Tagen ist der 26-malige türkische Nationalspieler bis heute jüngster Bundesliga-Debütant aller Zeiten. Seitdem kamen 134 weitere Einsätze (13 Tore) hinzu. Und dabei bleibt es vorerst, verpasst Sahin doch verletzt auch das abschließende Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag. Einem emotionalen Abschied wird das aber kaum im Wege stehen.
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