26.Juli 2011, 17:58 Uhr
Fussball
Die Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt und FC St. Pauli trennten sich am Montagabend schiedlich, friedlich 1:1. Beide Teams haben nach zwei Spieltagen noch nicht verloren und vier Punkte auf dem Konto. Dennoch trennt die Gemütslage der Kontrahenten Welten. Während Frankfurt noch nach Form und System sucht, ärgern sich die Kiez-Kicker höchstens darüber, nicht kaltschnäuzig genug für einen Sieg gewesen zu sein.
Zweitliga-Topfavorit Frankfurt ist bis jetzt mit einem blauen Auge davongekommen. Schon zum Saisonauftakt in Fürth ließen die Hessen einiges ihres Leistungsvermögens vermissen und lagen zur Pause mit 0:2 zurück. Dass es am Ende auch mit Fortunas Unterstützung noch zu einem 3:2-Erfolg gereicht hat, täuschte nicht über die Schwächen hinweg.
Und nun folgte der erste Heimauftritt gegen den FC St. Pauli. Die Abwehr wirkte unsicher, im Mittelfeld fehlte die Kreativität und der Sturm war nur ein laues Lüftchen. Frankfurts Trainer Armin Veh machte gute Miene zum bösen Spiel. "Das war nicht der Fußball, den wir spielen können. Wir hatten keine klare Linie und haben nach vorne nicht das geboten, was ich mir vorstelle. Aber die Jungs haben mit Herz gespielt", fasste Veh den dürftigen Auftritt der Hessen beim glücklichen 1:1 (0:1) zusammen.
Und die Eintracht hat Alexander Meier in ihren Reihen. Der ehemalige St. Pauli-Profi ließ seinen zwei Toren von Fürth nun den Ausgleich gegen den Ex-Klub folgen.
"Wir haben zu weit auseinander gestanden, St. Pauli hat die Räume super genutzt. Dadurch kam bei uns keine Sicherheit rein", monierte Veh, "so kann es nicht weitergehen. Solange wir keinen neuen Innenverteidiger verpflichtet haben, werden wir Probleme haben. Es muss in dieser Woche etwas passieren." Der Abgang von Marco Russ nach Wolfsburg schmerzt.
Kapitän Schwegler warnt: "Das war ein Spiegelbild der vergangenen Bundesliga-Rückrunde. Wir wussten, dass die Saison kein Selbstläufer wird. Aber das war schon ein Dämpfer und auch nicht verständlich. Wir müssen uns enorm verbessern."
St. Pauli dagegen überzeugte über weite Strecken auf des Gegners Platz mit strukturiertem Spiel und hätte bei besserer Chancenverwertung eventuell für eine Vorentscheidung sorgen können. "St. Pauli hat das sehr gut gemacht, Respekt für das gute Spiel", lobte selbst Frankfurts Meier. Auch Eintracht-Torwart Thomas Kessler, im Vorjahr noch bei den Kiez-Kickern zwischen den Pfosten, lobte seine Ex-Kollegen: "Man hat gesehen, dass St. Pauli eine Mannschaft mit Qualität ist."
"Wir müssen davon ausgehen, dass es ein Muskelfaserriss ist"
Doch auch die Hamburger hatten einen dicken Wermutstropfen im Kelch: Deniz Naki musste verletzt ausgewechselt werden, ihm droht nun sogar eine Pause. "Wir müssen davon ausgehen, dass es ein Muskelfaserriss ist", wird St. Paulis Trainer Andre Schubert auf der vereinseigenen Website zitiert.
Für beide Mannschaften wird es am kommenden Wochenende im DFB-Pokal ernst: Frankfurt spielt am Samstag in Halle vor, zeitgleich gastiert der FC St. Pauli bei der Eintracht aus Trier.