28.April 2011, 17:13 Uhr
Fussball
Mit vereinten Kräften doch noch auf Platz drei - darum müsste es dieser Tage beim FC Bayern eigentlich gehen, das soll an die Öffentlichkeit transportiert werden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Streitereien auf Nebenkriegsschauplätzen beherrschen das Bild beim Rekordmeister. Die Presskonferenz am Donnerstag wartete nach einem Wutausbruch von Bastian Schweinsteiger mit einem Eklat auf, der nur einen Schluss zulässt: Die Nerven liegen blank.
Kraftausdrücke, Wutausbrüche, Zornesmienen: In München stand am Donnerstag längst nicht nur das anstehende Heimspiel am Samstagabend (18.30 Uhr) gegen den FC Schalke 04 im Mittelpunkt. Stein des Anstoßes für die erhitzten Gemüter war die nicht nur in den Medien aufgekommene Kritik am angeblich zu braven Führungsstil bei den Bayern. Unter anderem hatte Arjen Robben am Mittwoch bemängelt, in der angespannten sportlichen Situation fehle ein Führungsspieler wie Mark van Bommel, der sich im Winter dem AC Mailand anschloss.
Philipp Lahm wollte das als Kapitän nicht auf sich sitzen lassen. "Klar geht das auch gegen meine Person", wehrte sich der Nationalspieler vehement, "ich weiß nicht, was Arjens Motivation war. Ich werde das mit ihm besprechen."
Noch heftiger reagierte Ersatz-Spielführer Schweinsteiger, bei der Pressekonferenz zum Schalke-Spiel sorgte er für Turbulenzen. "Ich bin kein Chefchen", wetterte er zunächst mit zorniger Miene. "Ich bin lange genug dabei. Jeder hört in der Kabine auf das, was ich sage." Anschließend verließ er fluchend die Gesprächsrunde.
Dabei hatte Schweinsteiger zuvor noch selbst für Zusammenhalt geworben und die momentane Stimmung gelobt: "Die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft ist sehr gut." Gegen Schalke müsse "jeder Fan von der ersten Minute an spüren, dass wir gewinnen wollen". Und: "Das Auftreten ist sehr wichtig."
Drei Spiele hat der FCB nur noch Zeit, Hannover 96 noch vom dritten Platz zu verdrängen - das nagt offenbar an den bayerischen Nerven. "Die Lage ist sehr kritisch, viel kritischer als vor einer Woche", gab Lahm im Interview mit dem kicker zu: "Keiner will in die Europa League, das steckt in jedem Kopf. Wir können nicht mit so viel Sicherheit rausgehen, weil wir sie uns die Saison über nicht geholt haben. Natürlich ist das nicht der FC Bayern."