26.April 2011, 17:53 Uhr
Fussball
Vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, die Rettung dicht vor Augen: Der VfB Stuttgart könnte bereits am kommenden Samstag die Mission Klassenerhalt erfüllen. Wie groß dann der personelle Umbruch im Sommer aussehen würde, ist ungewiss, der mit Bruno Labbadias Verpflichtung angekündigte Radikalschnitt ist gar nicht mehr so sicher. Seit Dienstag steht allerdings fest, dass Sven Schipplock im Sommer geht - auf der Suche nach Einsatzzeiten.
"Ich habe mich nicht gegen den VfB entschieden, aber ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich Einsatzzeiten brauche", erklärte Schipplock, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, am Rande des Vormittagstrainings: "Die Konkurrenzsituation im Sturm wird beim VfB zur neuen Saison noch schärfer werden. Da sind jetzt schon nur gestandene Spieler. Deshalb werde ich wechseln."
Aktuell muss sich Schipplock mit Pavel Pogrebnyak, Cacau, Martin Harnik und Shinji Okazaki um Einsatzzeiten streiten, in der neuen Saison würde mit Nürnberg-Leihgabe Julian Schieber ein weiterer Konkurrent dazustoßen. Zu viel für den 22-Jährigen, der sich in der laufenden Spielzeit einen Platz im Profi-Kader erarbeitet hatte.
165 Einsatzminuten verteilt auf elf Bundesligaspiele stehen für Schipplock zu Buche. Beim 2:1-Sieg in St. Pauli gelang dem 1,86-Meter-Angreifer dabei als Joker kurz vor Schluss der Siegtreffer und damit sein bisher einziges Bundesligator. In der Dritten Liga half er dagegen in 14 Spielen mit zehn Toren hervorragend aus - erst am Wochenende schnürte er gegen Rot Weiss Ahlen (5:1) einen Dreierpack.
"Sven hat sich gut entwickelt", lobte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic, "deshalb haben wir ihm auch Anfang des Jahres ein Angebot zur Vertragsverlängerung unterbreitet, ihm seine Perspektiven beim VfB aufgezeigt und auch die nötige Bedenkzeit für so eine Entscheidung eingeräumt. Diese ist nun gefallen. Er wird seinen Vertrag nicht verlängern. Das ist zwar schade, aber ich bin mir sicher, dass Sven trotzdem weiterhin alles geben wird im Saisonendspurt."
Wohin Schipplocks Reise geht, ist noch ungewiss, aber es soll gleich mehrere Interessenten geben. Nach eigenen Angaben führt er Gespräche mit verschiedenen Klubs. Auch der 1. FC Nürnberg, der mit Schipplocks Kumpel Schieber nach der Saison seinen Topangreifer verlieren wird, gilt als möglicher neuer Arbeitgeber. Kein Hindernis wäre seit Dienstag mehr, dass der Club bereits durchklingen ließ, Schipplock nur fest unter Vertrag nehmen zu wollen.
Muskelfaserriss: Molinaro fehlt in Hoffenheim
Nicht mehr bauen kann der VfB vorerst auf Linksverteidiger Cristian Molinaro. Der Italiener musste gegen den Hamburger SV (3:0) mit Leistenproblemen in Minute 82 ausgewechselt werden. Eine genauere Untersuchung ergab nun einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich. Bedeutet: In Hoffenheim, beim womöglich letzten Schritt zum Klassenerhalt, wird Labbadia seine Viererkette umbauen müssen. Arthur Boka steht als Ersatz bereit.