Fussball
06.Juni 2011, 23:04 Uhr
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Für Ronaldo ist die Stunde des Abschieds in der "Selecao" gekommen. "Il Fenomeno" läuft noch einmal im Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft auf - für 15 Minuten soll die Luft reichen. Beim letzten Spiel werden viele Tränen fließen und mit Glück auch Tore fallen. "Es wird emotional werden, zum Schaudern, zum Weinen", schwant dem 34-Jährigen, der bereits am 14. Februar das Ende seiner aktiven Laufbahn verkündet hatte.

"Der Kopf will weitermachen, aber der Körper hält es nicht mehr aus": Mit Tränen in den Augen hatte am valentinstag eine große Fußball-Legende seine Karriere für beendet erklärt - die Ära Ronaldo war vorbei. "Es war eine schöne, wunderbare, emotionale Karriere, mit vielen Niederlagen und unendlichen Siegen. Ich habe mir viele Freunde gemacht", hatte der 34-Jährige damals gesagt. Der Hauptgrund für das Karriereende: eine bis dahin geheim gehaltene Schilddrüsenkrankheit.

Diese Krankheit ist auch dafür verantwortlich, dass Ronaldo immer stärker mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hatte und hat. Nun also soll der dreimalige "Weltfußballer des Jahres" im Testspiel am Dienstag gegen Rumänien etwa in der 30. Minute eingewechselt werden und bis zur Pause spielen.

Ohne Abschiedsspiel wollte Brasiliens Fußballverband CBF Ronaldo nicht ziehen lassen. Die "Selecao" weiß, was sie ihm zu verdanken hat. Zweimal wurde er mit Brasilien Weltmeister (1994 und 2002) und er ist mit 15 Toren WM-Rekordtorschütze. "Meine Geschichte mit der 'Selecao' war ein wunderbarer Traum, den ich gelebt habe. Es war der glücklichste Moment und das wichtigste Trikot, das ich in meiner Laufbahn getragen habe", sagte Ronaldo in einem der Interviews der vergangenen Tage. "Die 'Selecao' gab mir Popularität, gab mir Status und gab mir Stolz."

Es gibt es kaum einen Titel, den Ronaldo in seinen 18 Profijahren nicht erreichte. Mit über 400 Toren trug er dazu bei, dass er sich als zweifacher Weltmeister (1994 und 2002), Weltpokalsieger (2002), dreifacher Weltfußballer (1996, 1997 und 2002), WM-Rekordtorschütze (15 Tore) und mehrfacher Liga-Torschützenkönig (u.a. 1997 und 2004 in Spanien) bezeichnen darf.

Nach seiner Anfangszeit bei Cruzeiro Belo Horizonte begann Ronaldos "Europatour" 1996 bei der PSV Eindhoven. Über Barcelona, Inter Mailand und Real Madrid landete er beim AC Mailand. Ende 2008 ging es dann zurück in die Heimat, weil Milan den Vertrag seines Routiniers, der sich mit einem Riss der Patellasehne im linken Knie herumschlug, nicht verlängern wollte. Bei Corinthians erlebte er noch einmal einen zweiten Frühling, erzielte 35 Tore in 69 Spielen.

Zum Schluss aber war es doch eine arge Quälerei für den Stürmer, der von Brasiliens Medien auch gerne schon mal mit "O Gordo" (Der Dicke) bezeichnet wurde. "Ich kämpfe gegen die Waage und die Schmerzen", sagte Ronaldo bereits 2010.
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