07.März 2010, 14:04 Uhr - Real löst Barcelona ab
Der FC Barcelona muss die Tabellenspitze an Real Madrid abgeben. Die Katalanen kamen in Unterzahl nicht über ein Remis in Almeria hinaus, die Madrilenen drehten gegen Sevilla dank van der Vaart das Spiel. Am Sonntag kann sich Malaga mit einem Erfolg gegen Schlusslicht Xerez von den Abstiegsrängen entfernen, Atletico ist am Abend in Saragossa gefragt. Erst am Montag geht Valencia ins Rennen. Das kriselnde Santander ist zu Gast im Mestalla.
Barcelona hätte im Kampf um die Tabellenspitze vorlegen können, kam aber in Almeria - zum sechsten Mal in Folge ungeschlagen (3/3/0) - nicht über ein 2:2 hinaus. 70 Prozent Ballbesitz standen am Ende, auch nach der Roten Karte gegen den formschwachen Stürmerstar Ibrahimovic hatten die Katalanen das Spiel fest im Griff. Eine Standardsituation - Domingo Cisma traf per Kopf nach einer Ecke - und ein Eigentor von Puyol bescherte der Heimelf jedoch einen glücklichen Punkt. Barca glich durch Messi zweimal aus, die Saisontore 18 und 19 per Freistoß und Abstauber reichten am Ende aber nicht zum Dreier.
Van der Vaart staubt ab
Zwei Chancen, zwei Tore - Sevilla präsentierte sich äußerst effektiv und wähnte sich im Topspiel im Santiago Bernabeu nach einer knappen Stunde schon auf der Siegerstraße. Real schlug aber binnen kürzester Zeit zurück: Cristiano Ronaldo traf nach einem abgefälschten Zuspiel aus elf Metern (60.), nur kurz später wuchtete Sergio Ramos den Ball per Kopf nach einer Ecke in die Maschen des Sevilla-Tores. Verdient zu diesem Zeitpunkt, hatten die Madrilenen doch wesentlich mehr vom Spiel und auch die besseren Chancen. Die Königlichen blieben am Drücker und durften am Ende jubeln: Ex-HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart staubte in der Nachspielzeit ab und verhalf Real damit zum Sprung auf Rang eins.
Den Anfang am Samstag machten Deportivo La Coruña und das letzte "Opfer" der Madrilenen, CD Teneriffa. Die Gäste von der Insel fanden zwar gut in die Partie und gingen sogar durch Juanlu (18.) in Front, dann aber trumpfte Depor auf. Juan Rodriguez per Kopf sowie Guardado (55.) und Colotto (67.) mit klasse Distanzschüssen rückten die Verhältnisse wieder gerade. Die Galicier schieben sich vorübergehend auf Rang fünf vor, Teneriffa bleibt Vorletzter.
Xerez auf Abschiedstour
Im Kampf um die Meisterschaft und die internationalen Plätze ist noch lange nichts entschieden in "La Liga". Der Abstiegskampf hingegen scheint weniger dramatisch zu werden. Deportivo Xerez (12 Punkte) kann getrost für die Segunda División planen, selbst wenn das Schlusslicht in Malaga (27) gewinnen sollte. Auch Espanyol (27) hat noch ein gutes Polster - diesmal wartet der FC Villarreal auf die Katalanen.
Das erste Team unter dem Abstiegsstrich heißt Valladolid (20), das am Sonntagabend in Bilbao antritt. Athletic-Jungstar Iker Muniain scheint rechtzeitig für die Partie im San Mames fit zu werden, am Donnerstag trainierte er voll mit. Probleme bereitet Trainer Joaquin Caparros die linke Abwehrseite - Koikili und Xabi Castillo sind beide angeschlagen.
Atletico: Erste Gespräche mit Flores
Und noch ein Kellerkind: Real Saragossa (24), das erste Team über dem Strich, bekommt es mit Atletico Madrid, dem Alptraum aller Sportwetter, zu tun. Die Colchoneros bleiben in ihren Leistungen unberechenbar, zuletzt überzeugten sie mal wieder gegen Valencia (4:1). Konstanz könnte immerhin in der Trainerfrage einkehren. Erste Gespräche zwischen Quique Sanchez Flores und dem Klub habe es bereits gegeben, wie Flores offenbarte. Noch sei aber nichts unterschriftsreif.
Montag: Schießt sich Santander aus der Krise?
Grausam liest sich die Bilanz von Santander (25) aus den vergangenen drei Spielen: Null Punkte, 0:9 Tore. Sollten die Kantabrier, bei denen auch Shooting-Star Sergio Canales zuletzt nichts mehr Zählbares zustande brachte, in Valencia am Montag erneut verlieren, wird die Luft langsam dünn für Racing. Bei Valencia grübelt man noch über die 1:4-Pleite bei Atletico nach. "Das war nicht unser Tag", glaubt Trainer Unai Emery an einen einmaligen Ausrutscher. Fehlen wird Kapitän Carlos Marchena, der wegen eines absichtlichen Handspiels im Strafraum die Rote Karte sah. Kurios: Der überforderte Referee Perez Burrull übersah in dieser Szene schon den zweiten klaren Elfmeter für Atletico - der vierte Unparteiische an der Seitenlinie wies seinen "Chef" auf die Regelwidrigkeit hin. Perez Burrull half seine Korrektur wenig. Er bekam vom Verband eine Pause aufgebrummt. Nach einem ähnlich katastrophalen Auftritt beim Spiel Real gegen Osasuna (3:1) im Januar 2009 ereilte ihn im Übrigen dasselbe Schicksal.
Autor: Christian