09.August 2011, 23:13 Uhr
Fussball
Die Disziplinarkommission des italienischen Fußball-Verbandes FIGC hat im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals teilweise drakonische Strafen verhängt. So erhält Cristiano Doni, Kapitän von Atalanta Bergamo, eine Berufssperre von dreieinhalb Jahren, sein Teamkollege Thomas Manfredini darf drei Jahre lang nicht spielen. Atalanta und Zweitligist Ascoli Calcio gehen zudem mit einem Abzug von sechs Punkten in die kommende Saison.
Bergamo will gegen die Entscheidung Einspruch einlegen. "Wir hoffen, die Punkte zu reduzieren, die uns zu Saisonbeginn abgezogen werden", so Atalantas Rechtsanwalt Luigi Chiappero. Manfredini und Doni werden beschuldigt, hohe Geldsummen kassiert zu haben, um Spiele zu manipulieren.
Der ehemalige italienische Nationalspieler Giuseppe Signori, der wegen seiner Verwicklung in einen Wettring zwei Wochen lang in Untersuchungshaft verbracht hatte, wurde zu einer fünfjährigen Berufssperre verurteilt.
Die Polizei hatte bei Signori eine Anleitung für die Abwicklung von Wetten gefunden. Der Ex-Kapitän von Lazio Rom und Vizeweltmeister von 1994 war Anfang Juni festgenommen worden. "Mein Verteidigungsdossier ist keineswegs berücksichtigt worden", klagte Signori.
In Rom hatte vergangene Woche die Verhandlung vor der Disziplinarkommission des italienischen Verbandes gegen 18 Klubs sowie 26 Spieler und Manager begonnen, die in den Wett- und Manipulationsskandal verwickelt sein sollen. Die Kommission hatte zuvor mehrwöchige Untersuchungen durchgeführt.