Fussball
18.August 2008, 14:23 Uhr
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Sie gingen früh in Führung und ließen sich dann auskontern: Deutschlands Fußball-Frauen verloren im olympischen Semifinale deutlich gegen klar überlegene Brasilianerinnen und können nur noch die Bronzemedaille gewinnen.

Schanghai - Die deutsche Nationalmannschaft hat das Finale des olympischen Frauenfußball-Turniers verpasst. Die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid verlor ihr Halbfinale am Montag in Schanghai 1: 4 (1:1) gegen den WM-Zweiten Brasilien und spielt am Donnerstag in Peking um die Bronzemedaille. Gegner ist der Verlierer des Duells zwischen dem zweimaligen Olympiasieger USA und Japan.

Kapitän Birgit Prinz hatte Deutschland nach zehn Minuten mit ihrem zehnten Olympia-Treffer in Führung gebracht. Formiga glich kurz vor der Pause aus (43.), ehe der Doppelschlag durch zwei Konter von Cristiane (49.) und Weltfußballerin Marta (53.) das Spiel entschied. 14 Minuten vor Schluss sorgte erneut Cristiane für das vierte Tor der spielerisch klar überlegenen Brasilianerinnen.

Vor 20.000 Zuschauern im Shanghai-Stadion war Deutschland zu Beginn das bessere Team. Die Mannschaft überzeugte in der Offensive mit gefälligen Kombinationen, hinten stand die Abwehr um Torfrau Nadine Angerer lange gewohnt sicher. Die sonst filigrane "Selecao Feminina" hielt mit ungewohnter Härte dagegen und leistete sich mehrere böse Fouls.
In der Neuauflage des WM-Endspiels von 2007 - damals gewann Deutschland 2:0 - und dem zweiten Duell mit Brasilien bei den Spielen nach dem 0:0 in der Vorrunde hatte Annika Krahn die erste Chance. Doch die Duisburgerin setzte ihren Kopfball knapp neben das Tor. Prinz machte es wenig später besser: Brasiliens Abwehrspielerin Erika verstolperte den Ball, Prinz setzte nach, umkurvte lässig Torfrau Barbara und schloss eiskalt ab - 1:0 für Deutschland.

Melanie Behringer und Anja Mittag, die abermals für Sandra Smisek stürmen durfte, hatten anschließend das 2:0 auf dem Fuß - beide vergaben leichtfertig. Die Brasilianerinnen starteten einen Sturmlauf, das gefährliche Angriffs-Trio Marta, Cristiane und Daniela verpasste aber beste Gelegenheiten. Die Mittelfeldspielerin Formiga schloss den bis dahin besten Angriff nach einer Hereingabe von Cristiane aus 13 Metern zum 1:1 ab. Für Angerer war es das erste Gegentor bei einer Endrunde. Sie war auf dem Weg zum WM-Triumph 2007 ebenso unbezwungen geblieben wie nun bei Olympia in China. Nach insgesamt 972 Minuten ging ihre Serie zu Ende.
Wie beim Ausgleich war Angerer auch beim 1:2 machtlos. Nach einer abgewehrten Ecke konterte Brasilien die deutsche Hintermannschaft, die nicht rechtzeitig zurückeilte, klassisch aus. Weil sich gleich zwei Abwehrspielerinnen auf Marta konzentrierten, konnte die leicht Cristiane freispielen, die wenig Mühe hatte zu treffen. Beim 1:3 ließen sich Kerstin Stegemann und Ariane Hingst von Marta austanzen, die mit einem Außenristschlenzer in die lange Ecke vollstreckte.

Trainerin Neid reagierte und brachte mit Celia Okoyino da Mbabi und Fatmire Bajramaj zwei frische Kräfte. Stürmerin Conny Pohlers musste jedoch wie im gesamten Turnierverlauf weiter von der Bank aus zusehen, wie der deutschen Mannschaft die Goldmedaille immer weiter entglitt - und sie Cristiane mit dem 4:1 nach einem Solo die deutsche Niederlage noch bitterer gestaltete .

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