19.Mai 2011, 16:11 Uhr
Fussball
In Spanien blieb dem hoch dekorierten Raul der nationale Pokaltriumph versagt. Das soll hierzulande anders werden: Am Samstag (20 Uhr) will der Schalker Stürmer die Königsblauen gegen den MSV Duisburg zum fünften Pokaltitel schießen. Nicht nur in diesem Fall hätte der Spanier voll eingeschlagen - so sehr, dass Horst Heldt ihn gerne noch etwas länger in Gelsenkirchen behalten würde.
Bis 2012 läuft das Arbeitspapier des 33-Jährigen, von Schalker Seite dürfte es aber gern noch etwas länger sein. "Wir sind in Gesprächen. Es sind sehr gute, harmonische Gespräche", verriet Schalkes Sportchef Horst Heldt am Donnerstag in Berlin. Raul selbst macht den Schalker Fans ebenfalls Hoffnungen. "Es ist gut möglich. Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl in Gelsenkirchen. Es ist beruflich und privat sehr gut gelaufen", sagte der 102-malige Nationalspieler, der in seinen 16 Jahren in Spanien nie die Copa del Rey gewinnen konnte. Die Fans hätten ihm "Zuneigung und Respekt entgegengebracht".
Ein Titel würde seine starke Saison mit 19 Pflichtspieltreffern krönen. "In Spanien waren Meisterschaft und Champions League wichtiger", so Raul, der aber um den hohen Stellenwert hierzulande weiß. "Deshalb wollen wir ihn unbedingt holen." Die Schalker könnten die Saison nach dem Frust in der Bundesliga mit Platz 14 mit einem Triumph im Pokalfinale noch halbwegs retten. "Der Pokalsieg ist für das Renommee des Klubs wichtig. Der damit verbundene Einzug in die Europa League hilft uns finanziell", sagte Heldt, nicht ohne ein wenig Kritik wegen der zu geringen Einnahmen zu üben. "Die Herrschaften von der UEFA haben noch nicht erkannt, dass sie diesen Wettbewerb im Vergleich zur Champions League finanziell lukrativer gestalten müssen."
Del Bosque macht Raul Hoffnungen auf die Seleccion
Einer wird beim Endspiel in Berlin wohl ganz genau hinschauen: Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque. Etwas unverhofft kam die Aussage daher, dass für Raul der Nationalmannschaftszug noch nicht abgefahren sei. "Natürlich kann er zurückkehren. Er ist in der gleichen Situation wie jeder andere Spieler auch", so der 60-Jährige bei seinem Besuch im spanischen Nationalgefängnis Alcala Meco: "Raul ist von seiner Persönlichkeit her ein Spieler für die Nationalmannschaft, ein Beispiel für unseren Fußball."
Raul selbst nahm die Aussage gelassen hin. "Ich würde nie sagen, dass es abwegig ist", so der Europapokal-Rekordtorschütze.