Fussball
16.Mai 2011, 18:50 Uhr
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Mit 17 mischte Portos Andre Villas-Boas (33) schon im Trainerstab mit. Folgt im Finale von Dublin die Krönung? Zumindest dieser Rekord blieb ihm verwehrt. Porto schaffte neulich in der Liga nur ein 3:3 gegen Pacos de Ferreira. Es war in 29 Spielen bei 26 Siegen das dritte Remis. Damit wird der FC Porto nun nicht der beste Meister in der Historie Portugals, diese Bestmarke hält seit 1973 Benfica Lissabon mit zwei Remis.

André Villas-Boas ists egal: "Das ist unwichtig", so der Porto-Coach, "in Dublin wollen wir Geschichte schreiben". Mit ganzen 33 Jahren kann er seinem Lehrmeister José Mourinho nachfolgen und in seiner ersten Saison mit Porto gleich das Triple aus Liga, Pokal und Europa League gewinnen. Das schaffte Porto 2003. Unter, na klar: Mourinho, "The Special One".

Wenn es um Villas-Boas geht, ist daher auch schon von "The Special Two" die Rede. Kein Wunder, bereits mit 21 war er Technischer Direktor der Britischen Jungferninseln. Nach einem 0:9 gegen die Bermudas war 2000 Schluss, 2002 holte ihn Mourinho zu den "Blau-Weißen".

Dort arbeitete der Aufsteiger als Beobachter, erstellte Profile von Spielern und Gegnern. Wie 2003 beim UEFA-Cup-Erfolg war der Rotschopf auch 2004 beim Gewinn der Champions League einer der wichtigsten Mitarbeiter Mourinhos, der Villas-Boas klare Analysen schätzte.

Die hatte bereits 1994 bei Porto Bobby Robson genutzt, der den damals gerade 17-jährigen Juniorenspieler in seinen Stab holte und Gegner beobachten ließ - und den Jungspund dank dessen englischer Wurzeln auch als Übersetzer nutzte. Noch heute sagt Villas-Boas, wenn mal wieder der Vergleich mit Mourinho kommt: "Mit meiner großen Nase und Vorliebe für Rotwein gleiche ich doch eher Robson."

Mit Mourinho indes verbindet den Porto-Trainer, der seine Lizenz in Schottland erwarb, die strikte Abschottung des Privatlebens: verheiratet, zwei Kinder, mehr gibt Villas-Boas nicht preis. Seine Ziele schon: "Länger als 15 Jahre werde ich nicht als Trainer arbeiten." 46 wäre er dann, 2009 fing er ja bereits beim Kleinklub Coimbra an. Jobs in Chile und Japan strebt er an, "der Kultur wegen", wie er sagt.

Chelsea, wie es immer heißt und wohin es auch Mourinho zog, sei vorerst kein Ziel: "Ich bin an dem Platz, den ich mir als Kind immer erträumte."

Portos Sieg im Landesmeister-Cup 1987 gegen Bayern sah er als Fan auf Omas Sofa, nächste Saison steht die Königsklasse an. Und, klar, die Vergleiche: Folgt wie 2004 unter Mourinho der Titel? "Jetzt kommt erst mal Dublin", bremst Villas-Boas Ohnehin: "Der Klassenerhalt 2010 mit Coimbra war die viel größere Leistung."
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