10.August 2011, 07:52 Uhr
Fussball
Für den Klassiker am Mittwochabend (20.45 Uhr) in Stuttgart gegen Brasilien kann Bundestrainer Joachim Löw auf alle seine eingeladenen Spieler zurückgreifen. Am Dienstagabend nahm auch der zuletzt angeschlagene Bayern-Verteidiger Jerome Boateng am Training teil. Beim Rekordweltmeister steht ein Fragezeichen hinter Maicon, der verspätet in der Schwabenmetropole eintraf. Nationalcoach Mano Menezes stellte sich am Abend der Presse.
Am Abend konnte Nationalcoach Joachim Löw und sein Trainerteam alle 22 für das Testspiel eingeladenen Spieler bei der Übungseinheit begrüßen. Auch Jerome Boateng nahm daran teil. Der Bayern-Verteidiger zog sich beim 0:1 des Rekordmeisters zum Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach eine Bänderzerrung im rechten Sprunggelenk zu. Die Verletzung wurde aber als leicht eingestuft, Boateng wird gegen die Brasilianer spielen können.
Damit kann Löw wie beabsichtigt alle vier Innenverteidiger unter die Lupe nehmen. Neben Boateng sollen auch sein Vereinskollege Holger Badstuber, der Dortmunder Mats Hummels sowie Schalkes Benedikt Höwedes zum Einsatz kommen.
Überhaupt will Löw möglichst viele Akteure präsentieren und plant, sein Kontingent von sechs Einwechslungen komplett auszuschöpfen. Als Kandidaten für das Debüt im DFB-Dress gelten besonders Dortmunds Ilkay Gündogan sowie Mönchengladbachs Marco Reus, der bisher seine Premiere im Nationaldress wegen Verletzungen schön des Öfteren verschieben musste.
Menezes ist sich des Drucks bewusst
Löws Gegenüber Mano Menezes stellte sich am Dienstag der Presse in Stuttgart und musste sich dabei einige Kritik anhören. "Du bist der Pilot eines Kleinflugzeuges, aber die Seleção ist eine Boeing", schleuderte ihm der bekannte Fernseh-Kommentator Milton Neves an den Kopf.
Menezes übernahm nach der enttäuschenden WM 2010 das Amt von Carlos Dunga. Im Gegensatz zu dem ehemaligen Bundesliga-Profi setzt der 49-Jährige bisher auf die Jungstars wie Neymar und Ganso vom FC Santos oder Pato (AC Mailand). Doch die Ergebnisse blieben bisher aus.
Denn Brasilien wartet seit Menezes' Amtsantritt auf einen Sieg gegen einen "großen" Gegner. Gegen Argentinien (0:1), Frankreich (0:1) und die Niederlande (0:0) blieb die Selecao jeweils sieg- und torlos, was doch stark am Selbstverständnis der erfolgreichsten Fußball-Nation rüttelt. Siege gelangen dagegen gegen die USA, Ukraine oder den Iran. Auch bei der Copa America in Argentinien schied Brasilien bereits im Viertelfinale gegen Paraguay aus (0:2 i.E.).
"Ich bin mir der Lage und des Drucks bewusst", meinte Menezes am Dienstag. "Aber damit muss jeder Trainer umgehen. Ich freue mich auf das Spiel morgen, denn da treffen zwei technisch starke Mannschaften aufeinander."
Allerdings droht Menezes für die Partie in Stuttgart eine weitere personelle Schwächung. Denn Maicon von Inter Mailand verpasste den Flieger und kam verspätet in der Schwabenmetropole an. "Das kommt ab und zu mal vor", meinte Menezes und ließ offen, ob er Maicon auf der Bank oder wie geplant spielen lässt. Ein weiteres Manko seines Teams ist, dass zahlreiche Spieler mit ihren Vereinen noch nicht in die Saison gestartet sind. "Ich hoffe, dass bis morgen genug Kräfte da sind, um ein gutes Spiel machen zu können", sagte der Coach.