27.Mai 2011, 14:43 Uhr
Fussball
Bundestrainer Joachim Löw hat als klares Ziel den EM-Gewinn 2012 in Polen und der Ukraine ausgegeben. Darauf schwört der Coach seine Schützlinge nochmal eindringlich ein. Löw betont die Wichtigkeit solcher Testspiele wie gegen Uruguay, um seine Spieler vor den EM-Qualifikationsspielen in Wien gegen Österreich am 3. Juni (20.30 Uhr) und vier Tage später in Baku gegen Aserbaidschan (19 Uhr) "mental hochzufahren".
Am Sonntagabend kommt es um 20 Uhr in Sinsheim zur Neuauflage des Spiels um Platz drei der WM 2010 in Südafrika. Die deutsche Nationalmannschaft empfängt Uruguay. Die Südamerikaner um ihren Superstar Diego Forlan wollen Revanche für die 2:3-Niederlage und die verpasste Bronzemedaille nehmen.
"Die drei Spiele sind jetzt auch der Preis, den die Nationalspieler zahlen müssen. Für sie steht nun mal alle zwei Jahre im Sommer ein großes Turnier an, und in diesem Fall nach der Saison noch ein Kurzprogramm mit drei Länderspielen. Und für die Teilnahme an einer EM oder einer WM, die für jeden Fußballer das große Ziel sein muss, sind halt auch mal Überstunden nötig", sagte Löw.
Das Spiel gegen Uruguay sieht Löw als "Aufwärmprogramm" für die beiden Qualifikationsspiele, auf die letzten Endes alles ausgerichtet ist. "Alles was wir tun, ist darauf ausgerichtet, dass wir uns auch schon auf Österreich vorbereiten." Nichtsdestotrotz zeigt Löw größten Respekt vor den Südamerikanern. "Eine Mannschaft mit einem der besten Zweikampfverhalten der Welt", nennt der Bundestrainer den WM-Vierten. Uruguay zeige "körperbetontes Spiel, gepaart mit viel Technik und tollem Pressing im Mittelfeld. Dazu haben sie mit Forlan, Suarez und Cavani eine glänzend besetzte Offensive", so Löw. "Für mich gehören sie zur absoluten Weltspitze."
Der Coach betont aber auch die unterschiedlichen Spielausrichtungen der Südamerikaner einerseits und Österreich sowie Aserbaidschan andererseits. Löw will seine Akteure vor den Punktspielen "mental hochfahren. Wir haben die Chance, mit zwei Siegen die Tür zur EM ganz weit aufzustoßen. Danach können wir zufrieden nach einer langen Saison in die Sommerpause".
Dass der angeschlagene Mittelfeldspieler Sami Khedira (Muskelfaserbündelriss) in den Qualifikationsspielen zum Einsatz kommt, schloss Löw nicht aus. "Wir werden versuchen, ihn ins Training zu integrieren, gehen aber nach Absprache mit Real Madrid bei ihm kein Risiko ein."
Die Terminierung der drei Länderspiele Wochen nach dem letzten Bundesligaspiel stand zuletzt in der Öffentlichkeit immer wieder in der Kritik. Doch Löw betont, der Rahmenterminkalender wäre sowohl vom DFB als auch der DFL abgesegnet worden und stünde seit langem fest. Der Bundestrainer betonte zudem die Wichtigkeit auch solcher Testspiele wie am Sonntagabend. Für die Nationalmannschaft selbst, die sich einspielen könne. Für ihn als Trainer, weil er auch jüngere Spieler testen könne. Aber auch für den deutschen Fußball insgesamt und verwies auf die steigende Attraktivität des deutschen Fußballs im Ausland, wenn das Flaggschiff Nationalmannschaft erfolgreich sei.
4,3 Millionen Euro für soziale Zwecke
Miroslav Klose und Co. werden gegen Uruguay rund 4,3 Millionen Euro für soziale Projekte einspielen. Das gab am Donnerstag die Egidius-Braun-Stiftung des DFB bekannt, die das Benefizspiel veranstaltet. Die deutsche Nationalelf tritt seit 2002 regelmäßig für einen guten Zweck an. Der Nettoerlös wird an die Stiftungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) weitergegeben. So erhält die DFL-Stiftung eine Million Euro, die Kulturstiftung des DFB und die Sepp-Herberger-Stiftung je 500 000 Euro. 100 000 Euro gehen an die Robert-Enke-Stiftung.