02.Juni 2011, 19:57 Uhr
Fussball
Der Einsatz von Sami Khedira in der deutschen Nationalmannschaft beim EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Wien gegen Österreich (20.30 Uhr/ARD) ist nach wie vor fraglich. "Bei Khedira müssen wir das Abschlusstraining abwarten, bei dem er sich einem Härtetest unterziehen muss. Anschließend werde ich mich mit unseren Ärzten unterhalten und dann eine Entscheidung treffen", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der Ankunft des WM-Dritten am Donnerstagmittag in Wien, wo am Abend das Abschlusstraining auf dem Programm steht.
Der 51-Jährige betonte aber auch: "Sami spielt nur, wenn er hundertprozentig fit ist. Wir gehen überhaupt kein Risiko ein." Der Mittelfeldspieler von Real Madrid war wegen einer Muskelverletzung wochenlang ausgefallen. Lukas Podolski, der zuletzt wegen leichter Knöchelprobleme kürzertreten musste, ist nach Angaben von Löw einsatzfähig.
Sollte Khedira rechtzeitig werden, wird er im Ernst-Happel-Stadion wohl zusammen mit Toni Kroos von Bayern München auf der Doppel-Sechs spielen. Fällt Khedira aus, wäre der Leverkusener Simon Rolfes erste Wahl, nachdem in dem Stuttgarter Christian Träsch ein weiterer Spieler verletzungsbedingt passen musste. Als einzige Spitze agiert Bundesliga-Torschützenkönig Mario Gomez, der den verletzten Miroslav Klose ersetzt.
Die Viererabwehrkette vor dem neuen Bayern-Torwart Manuel Neuer bilden wie beim Länderspiel gegen Uruguay am Sonntag (2:1) Kapitän Philipp Lahm, Arne Friedrich, Mats Hummels und Marcel Schmelzer. Im offensiven Mittelfeld wird Löw wie schon bei der WM 2010 in Südafrika Thomas Müller, Mesut Özil und Lukas Podolski aufbieten.
Der 87-malige Nationalspieler Podolski dürfte angesichts seiner größeren Erfahrung den Vorzug vor Andre Schürrle erhalten, der gegen Uruguay auf sich aufmerksam gemacht hatte. Verzichten muss die DFB-Auswahl gegen die Österreicher neben Klose auf den angeschlagenen Bastian Schweinsteiger, Sven Bender und Marco Reus. Löw stehen nach den Ausfällen der vergangenen Tage noch 16 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung. Laut UEFA-Statuten dürfen bei einem EM-Qualifikationsspiel 18 Akteure auf dem offiziellen Mannschaftsbogen stehen. Die deutsche Elf bleibt bis Montagvormittag in Wien, von wo aus sie zum EM-Qualifikationsspiel nach Aserbaidschan fliegt.
Österreich mit Bundesliga-Quartett
Das letzte Länderspiel der Saison gegen das Team des früheren Bundestrainers Berti Vogts findet am Dienstag (19.00 Uhr MESZ/ARD) statt. Zuvor steht aber das Duell gegen Erzrivale Österreich auf dem Programm. Austria-Coach Didi Constantini wird wohl auf vier Spieler aus der deutschen Bundesliga zurückgreifen. So stehen Emanuel Pogatetz von Hannover 96, Christian Fuchs (FSV Mainz 05), David Alaba (1899 Hoffenheim) und Martin Harnik vom VfB Stuttgart in der Startelf. Bremens Marko Arnautovic gehört aus disziplinarischen Gründen nicht dem ÖFB-Kader an.
Neuer: "Das hat mich schon belastet"
Im Rahmen der DFB-Pressekonferenz äußerte sich Manuel Neuer auch erstmals zu seinem am Mittwoch verkündeten Wechsel zum FC Bayern. Dabei gab der Nationaltorwart zu, das die Hängepartie ihn "schon belastet hat, weil ja sehr viel über mich in den Medien berichtet wurde. Ich habe die entsprechenden Leute darum gebeten, mich einige Zeit aus der Öffentlichkeit rauszulassen. Das war alles nicht einfach für mich. Aber gut ist, dass ich diesem Druck stand gehalten habe."
Dabei vergaß Neuer allerdings nicht, an seinen Schalker Torwarttrainer zu erinnern. "Ich muss betonen, dass ich vielen Leuten auf Schalke dankbar bin, vor allem auch den vielen Fans und vielen Wegbegleitern, in erster Linie meinem langjährigen Torwarttrainer Lothar Matuschak."
Auf der PK wurde Neuer auch auf die Münchner Ultras angesprochen, die seinem Wechsel zum Rekordmeister sehr kritisch gegenüberstanden. Neuer gab an, diesbezüglich "noch keine konkrete Strategie zu haben. Wir wollen aber auf die Fans zugehen und ein offenes Gespräch führen. Dabei wollen wir alles ansprechen, so habe ich es in Vorgesprächen mit den Bayern-Verantwortlichen geklärt."