03.August 2011, 13:56 Uhr
Fussball
Nachdem Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bereits in der vergangenen Woche im kicker-Interview gegen den FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter und auch gegen DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger Stellung bezogen hatte, legt nun Bayerns Präsident und Aufsichtsratschef Uli Hoeneß im "Stern" nach und unterstrich die Forderung nach einem Führungswechsel im Weltverband.
"Ich verstehe einfach nicht, dass er (Zwanziger) bei all den fragwürdigen Fakten, die auf dem Tisch lagen, verkündete, Blatter zu wählen. Wenn er gesagt hätte, ich wähle ihn nicht, dann hätte er ein Zeichen gesetzt. Diese Chance hat er vertan", sagt Hoeneß in der nächsten Ausgabe des "Stern" und legte gegen den durch Korruptionsfälle ins Zwielicht geratenen Weltverband nach: "Wir als seriöser Klub tun nicht so, als fühlten wir uns von der FIFA noch gut repräsentiert."
Schon im kicker hatte Rummenigge die FIFA als "Korruptionsstadel" bezeichnet und hinzugefügt, dies werde "auch Dr. Zwanziger nicht ändern". Zwanziger war kürzlich als Nachfolger von Franz Beckenbauer in die FIFA-Exekutive gewählt worden. Rummenigge hatte von den Verbänden Demokratie eingefordert: "Das Verständnis der FIFA und UEFA ist, dass die Klubs die Klappe halten und die Entscheidungen exklusiv sie selbst fällen. Meine größte Forderung an Dr. Zwanziger ist, sich das Thema Demokratisierung der FIFA und UEFA vorzunehmen." Sollte dieser Prozess scheitern, kündigte Rummenigge eine "Revolution" und eine Verselbständigung der Klubszene an. Rummenigge ist erster Vorsitzender der European Club Association, der Interessenvertretung der europäischen Klubs.
Im Hinblick auf die kommenden Jahre sagte Hoeneß, er sehe Titelverteidiger Borussia Dortmund als einzigen Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft und fand lobende Worte für die Schwarz-Gelben: "Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc machen einen guten Job." Hoeneß im Stern weiter: "Schulden haben sie kaum noch. Dazu kommen ein tolles Stadion und eine junge Mannschaft mit Potenzial."