08.März 2010, 20:12 Uhr - Heiko Herrlich bleibt cool
Nun hat es auch den VfL Bochum wieder erwischt. Erstmals seit dem 12. Dezember setzte es eine Niederlage (damals 1:5 gegen Bayern), die Erfolgsserie ist nach acht Spielen ohne Pleite gerissen. Ein ungewohntes Gefühl. "Niederlagen tun weh", musste Trainer Heiko Herrlich (38) mal wieder feststellen. Schmerzhafte Erfahrungen für den VfL, der in Wolfsburg eine Stunde lang gut mithielt, am Ende aber überraschend deutlich unterging. Nun wird sich zeigen: War es nur eine Niederlage? Oder hinterlässt das 1:4 Spuren?
"Solch ein Ergebnis hat keinen Einfluss auf unsere Moral", bleibt Herrlich cool. "Das hat die Mannschaft oft genug bewiesen." Auch Manager Thomas Ernst (42) verfällt nicht in Panik nach einer Niederlage beim amtierenden und wiedererstarkten Deutschen Meister. Sein Motto: "Haken dran, weiter gehts." Ein 1:4 hatte es in dieser Saison schon einmal gegeben. Am zehnten Spieltag, damals noch unter Interims- trainer Frank Heinemann, daheim gegen Bremen. Im Anschluss setzte es zwei 1:2-Niederlagen (in Frankfurt, gegen Freiburg). Unter Herrlich gab es erst eine derbe Pleite, das 1:5 gegen die Bayern. Die Reaktion im Anschluss war prächtig: Direkt folgten zwei Siege (3:2 in Hannover, 2:1 in Mönchengladbach), insgesamt waren es drei Erfolge und fünf Remis. Bis zum Spiel in Wolfsburg.
Heerwagen sieht den VfL benachteiligt
"Wir haben es versäumt, aufs 2:0 zu gehen", monierte Herrlich. "Wir hatten zu viele Ballverluste", stellte Ernst fest. Torwart Philipp Heerwagen (26) sah noch einen weiteren Grund: Schiedsrichter Felix Zwayer. Der hatte beim Duell zwischen dem Keeper und Wolfsburg-Stürmer Dzeko auf Strafstoß entschieden. Nachvollziehbar, weil der heranfliegende Torwart nicht den Ball spielte und es zur Berührung mit Dzeko kam. "Er fädelt ein", beschrieb Heerwagen die Situation, "ich hatte gehofft, der Schiedsrichter fällt nicht darauf rein." Der Schlussmann fühlt sich und seinen Verein benachteiligt. Und zwar generell. "Ich denke, beim DFB haben wir keine große Lobby", wetterte Heerwagen. "50:50-Entscheidungen gehen fast immer gegen uns. Wann haben wir den letzten Elfmeter gekriegt?" Der kicker schaute nach: am 22. Spieltag der vergangenen Saison beim 3:2 gegen Energie Cottbus.
Auch ohne Hilfe der Unparteiischen soll nun eine neue Serie gestartet werden. Beginnend am Samstag im Derby gegen Dortmund. "Wer in diesem Spiel nicht heiß ist, gehört nicht auf den Fußballplatz", sagt Lewis Holtby (19). Klar ist schon jetzt, dass Trainer Herrlich umbauen muss. Roman Prokoph (24) und Mergim Mavraj (23) sahen jeweils die fünfte Gelbe Karte. Für Mavraj dürfte Anthar Yahia (27) in die Innenverteidigung rücken. Eine Bewährungschance für den Algerier, der unter Herrlich seinen Stammplatz verloren hat.
Autor: Christian