07.November 2007, 16:16 Uhr
Fussball
Die schweren Krawallen beim Landesligaspiel Dynamo Dresden II gegen Lok Leipzig vor einer Woche entfachten erneut die Diskussion, wer die Kosten an den Polizeieinsätzen zu tragen hat.
Am Dresdner Hauptbahnhof waren Polizisten von Vermummten mit Steinen beworfen worden. 1300 Polizisten waren im Einsatz, 229 Personen wurden in Gewahrsam genommen, es gab ein Dutzend Verletzte.
Politiker wollen nun den Fußball nach Ausschreitungen von Hooligans für Polizeieinsätze zur Kasse bitten. Das Innenministerium in Sachsen, das vor einiger Zeit gerade die Zuschüsse für Fanprojekte um 150000 Euro gekürzt hat, erarbeitet momentan eine "Musterpolizeiverordnung Fußball". Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigesellschaft, fordert sogar ein Verbot von Fußballspielen: "Städte und Kommunen müssen in Zukunft das Recht haben, Fußballspiele zu verbieten, bei denen mit gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Anhängern der konkurrierenden Klubs zu rechnen ist. Davon sollten sie auch Gebrauch machen, damit den Vereinen endlich klar wird, dass die Polizei nicht länger für ihre Versäumnisse herhalten kann."
Der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn weist die Forderungen von Politik und Polizei scharf zurück: "Es ist völlig deplatziert und fahrlässig, den Eindruck erwecken zu wollen, dass bei gewalttätigen Ausschreitungen die Versäumnisse dafür auf Seiten der Vereine liegen und die Polizei dafür herhalten muss."