02.September 2010, 14:55 Uhr - Fortunen zurück in der Realität
Zwei Jahre ging es nur aufwärts. Doch in die neue Saison startete Fortuna Düsseldorf mit drei Niederlagen in Pokal und Liga.
Die Euphorie war groß. Mit dem 1:0 über Bremen II verließ die Fortuna vor gut zwei Jahren die 3. Liga, um auf Anhieb auf den vierten Platz in Liga 2 zu stürmen. Mit der Begeisterung stiegen in Düsseldorf, wo es Verlierer seit jeher schwer haben, allerdings auch die Erwartungen. 0:1 im Pokal gegen Koblenz, 0:2 gegen Cottbus und 1:2 gegen die Hertha - der Start in die neue Saison verlief ernüchternd.
Die traumhafte Fortuna ist zurück in der Realität. "Was heißt hier Rückkehr zur Realität? Wir haben zu keiner Zeit abgehoben und nie die Bodenhaftung verloren", wehrt sich Paul Jäger, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer Finanzen, gegen die Vermutung, man habe in der Vereinsführung den Aufstieg zum Ziel erhoben. "Im Verein haben wir die Erfolge der letzten zwei Jahre genossen. Dabei war es aber immer das Ziel, die Fortuna zunächst wirtschaftlich zu konsolidieren und uns in Liga zwei zu etablieren."
Harnik und Anderson nicht zu ersetzen
Zwei Spiele, zwei Niederlagen - das verhagelt noch nicht die Saison. Es macht allerdings die kontinuierliche Verbesserung von Spielzeit zu Spielzeit nicht leichter. "Wir warten die ersten zehn Spiele ab, dann können wir eine Standortbestimmung vornehmen", hatte Manager Wolf Werner die Devise ausgegeben. Um die Bilanz aufzuhellen, muss sich die Mannschaft zusammenraufen, denn so harmonisch wie in der vergangenen Saison trat die Fortuna bislang nicht auf. Nicht zu vergessen: Die Abgänge der Leistungsträger Anderson (Gladbach) und Harnik (VfB Stuttgart) wiegen schwer und waren bislang nicht zu kompensieren.
Ein erster Schritt zum ersten Sieg ist der Griff an die eigene Nase. Auch bei kleinen Verbesserungen dürfe man nicht die Augen vor Defiziten verschließen, mahnt Trainer Norbert Meier. Die Neuzugänge hätten Anpassungsschwierigkeiten. Stürmer Wellington habe mit seinem Auftritt gegen die Hertha gezeigt, dass es aufwärts gehe. Seinen schönen Treffer zum 1:2 wollte Andreas Lambertz aber nicht als Indiz für den sportlichen Sonnenaufgang werten. "Das Tor von Wellington war ein Sonntagsschuss. Wir haben die klaren Chancen wieder nicht genutzt. Da müssen wir dran arbeiten."
Verstärkungen? Meier erhält Korb
Meier wandte sich vergangene Woche höchstpersönlich an den Vorstand, um seinen Wunsch nach einer personellen Aufstockung des Kaders von 21 auf 22 Spieler vorzutragen. In "völlig entspannter Atmosphäre" (Meier) erhielt der Trainer aber einen Korb. Finanzielle Gründe seien nicht ausschlaggebend gewesen, betont Jäger und verweist auf die Testspieler, die durchs Sieb fielen. Nachkäufe in der Winterpause schließt er nicht aus.
Autor: Christian