12.Mai 2011, 22:01 Uhr
Fussball
Die deutsche U-17-Auswahl steht bei der Europameisterschaft in Serbien im Endspiel. Die Mannschaft von Trainer Steffen Freund bezwang Dänemark im Halbfinale mit 2:0. Im Kampf um den Titel trifft der DFB-Nachwuchs nun auf die Niederlande und hat dabei die Chance, sich für die Gruppenspiel-Niederlage zu revanchieren.
"Ohne fünf" ließ sich die Aufgabe für DFB-Trainer Steffen Freund fürs Halbfinale beschreiben: Mit Weiser, Perrey, Schnellhardt und Yesil fehlten vier Stammspieler Gelb-gesperrt. Zudem verletzte sich Spielmacher Aycicek in der Vorrunde, für den Bremer wurde Stuttgarts Toljan nachnominiert. Dennoch hatte Freund aufgrund der Sperren im Halbfinale nur 14 Spieler zur Verfügung - Ersatztorwart Wilmes nahm sogar als Feldspieler auf der Bank Platz. Im Vergleich zum letzten Gruppenspiel gegen Rumänien rückten Rechtsverteidiger Kacinoglu, Innenverteidiger Ayhan, Berko auf dem rechten Flügel und Stürmer Quaschner in die erste Elf.
Chancenplus für Dänemark
Die deutsche Auswahl gestaltete die erste Hälfte gegen die ohne Punktverlust durch die Vorrunde marschierten Dänen ausgeglichen, gestand dem nördlichen Nachbarn aber die besseren Chancen zu. Kapitän Holst nach einer Ecke (3.) und Zohore im Anschluss an einen Ballverlust von Kacinoglu (38.) köpften drüber, Norgaard schob das Leder aus zwölf Meter daneben (40. + 2). Auf der anderen Seite war ein Flachschuss von Berko, den der dänische Keeper Korch sicher parierte, noch die beste Möglichkeit (11.).
Freund auf die Tribüne
Die Freund-Schützlinge starteten gut in den zweiten Durchgang, ein 18-Meter-Schuss von Aydin rauschte rechts vorbei (44.). In den Folgeminuten stand dann allerdings der schottische Schiedsrichter McLean im Mittelpunkt: Kurz nacheinander verweigerte er beiden Teams Strafstöße, als zunächst Durmisi vom Duisburger Kacinoglu zu Fall gebracht wurde (48.) und anschließend Leverkusens Aydin im Zweikampf mit Christensen zu Boden ging (51.). Dann schickte der Referee auch noch Trainer Freund auf die Tribüne, wodurch sich der deutsche Nachwuchs allerdings nicht aus der Ruhe bringen ließ: Als Quaschner 25 Meter vor dem Tor gefoult wurde, trat Ayhan zum Freistoß an und traf - abgefälscht durch einen Dänen - zum 1:0.
Die DFB-Auswahl ließ in der Folge kaum noch etwas anbrennen, stand defensiv weitgehend sicher. Und diesmal hatte die DFB-Auswahl auch das zuletzt vermisste Glück: Röcker zog eine Freistoßflanke von rechts scharf vor das Tor, wo Quaschner im Getümmel hochstieg und den Ball - wohl mit dem Arm - ins Tor bugsierte (70.).
Auch in der Schlussphase hielt der deutsche Nachwuchs die Dänen weitgehend vom eigenen Tor fern. Nur bei einem Flachschuss des hoch gelobten Fischer (75.) und bei einem Versuch von Poulsen (80. + 1) geriet das deutsche Tor ernsthaft in Gefahr. Auf der Gegenseite scheiterte Aydin aus kurzer Distanz an Torhüter Korch (76.). Can traf aus der Distanz noch die Latte (80. + 4), dann war Schluss und die DFB-Auswahl bejubelte den Einzug ins EM-Finale.
Revanche gegen die Niederländer
Im Endspiel trifft die deutsche Mannschaft nun - wie schon zum EM-Auftakt, der 0:2 verloren ging - auf die Niederländer. Das Team von Trainer Albert Stuivenberg bezwang in der Vorschlussrunde England durch einen Treffer von Ebecilio (26.) mit 1:0 und hat damit in allen vier Endrundenspielen noch keinen Gegentreffer hinnehmen müssen. Das Endspiel wird am Sonntag ab 11 Uhr ebenfalls in Novi Sad angepfiffen. Dann stehen Steffen Freund auch wieder alle Akteure zur Verfügung, die im Halbfinale noch gesperrt zuschauen mussten.