Fussball
25.August 2011, 12:31 Uhr
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Der Manipulationsskandal in der Türkei hat für Fenerbahce Istanbul bittere Konsequenzen. So teilte der türkische Verband (TFF) mit, dass der amtierende Meister aufgrund dessen Verstrickungen in dem Betrugsskandal aus der Champions League 2011/12 zurückgezogen wird. Dagegen will Fenerbahce nun Einspruch einlegen.

Die Entscheidung Fenerbahce auszuschließen, fällte der TFF in einer Sondersitzung und erfüllte so auch einen entsprechenden Wunsch der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Zu der Sondersitzung war es gekommen, weil die UEFA eine bessere Aufklärung verlangt hatte. Aus Angst vor Sanktionen durch die UEFA sah sich der türkische Verband zur Streichung seines Meisters gezwungen. Am Donnerstag kündigte Fenerbahce nun an, Einspruch gegen den Ausschluss einzulegen. "Unser Club wird beim TFF-Schiedsgericht beantragen, dass die Entscheidung, Fenerbahce für die Champions League zu sperren, aufgehoben und annulliert wird", teilte der 18-malige Landesmeister mit. Der finanzielle Verlust durch den Ausschluss belaufe sich auf rund 25 Millionen Euro, hieß es.

Vizemeister Trabzonspor, der allerdings ebenfalls in den Betrugsskandal verwickelt sein soll, wird nun am Donnerstag in Monte Carlo bei der Auslosung für die "Königsklasse" anstelle von "Fener" an den Start gehen. Trabzon war zuvor in der 3. Champions-League-Qualifikationsrunde an Benfica Lissabon gescheitert (0:2, 1:1) und in die Europa League gerückt. Dort hätten die Türken am Donnerstag zum Play-off-Rückspiel nach einem 0:0 in Spanien Athletic Bilbao empfangen sollen. Diese Partie wurde nun abgesagt, die Basken rücken dadurch direkt in die Gruppenphase der Europa League ein.

Fenerbahce steht im Zentrum der Ermittlungen zum Wett- und Manipulationsskandal in der Türkei, bei dem insgesamt 19 Spiele der 1. und 2. Liga unter Manipulationsverdacht stehen. Mittlerweile wurde gegen 30 Spieler und Offizielle Untersuchungshaft angeordnet. Unter dringendem Tatverdacht stehen unter anderem Fenerbahce-Chef Aziz Yildirim sowie der Trainer von Pokalsieger Besiktas Istanbul, Tayfur Havutcu.

Im Falle von Besiktas wird im Hinblick auf das Pokalfinale gegen Istanbul BB (4:3 i.E.) ermittelt. Zwei gegnerische Spieler hatten nach der Niederlage behauptet, dass ihnen vor dem Spiel 100.000 US-Dollar geboten worden waren. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Roberto Hilbert (acht Länderspiele), der bei Besiktas unter Vertrag steht, glaubt an die Unschuld seines Klubs. "Ich kann mir im Leben nicht vorstellen, dass dieses Spiel manipuliert wurde. Das war ein großartiges Spiel mit zwei starken Mannschaften", erklärte Hilbert gegenüber dem Magazin 11Freunde: "Ich habe mir das Spiel sogar vor einigen Tagen nochmals in Ruhe angeschaut, konnte aber beim besten Willen keine Szene erkennen, in der jemand absichtlich neben das Tor schoss oder etwas in der Art. Da war alles sauber."

Wegen des Skandals wurde bereits der Start der türkischen Süper Lig um einen Monat verschoben. Daneben wurde auch ein neuer Meisterschaftsmodus eingeführt. Dieser ähnelt dem Modell in Belgien und sieht ein Play-off-System vor. In diesem spielen am Ende der Saison die vier bestplatzierten Teams eine Finalrunde aus. "Wir werden das ausprobieren. Vielleicht wird es in der Zukunft auch wieder eingestellt, aber wir glauben, dass es jetzt frischen Wind bringt. Die Klubs werden mehr Geld einnehmen. Der Fußball wird attraktiver", erklärte TFF-Präsident Mehmet Ali Aydinlar.
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