18.Mai 2011, 15:51 Uhr
Fussball
Ausgerechnet kurz vor den Relegationsspielen gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück und damit vor einer eminent wichtigen Phase der sportlichen Weichenstellung muss Dynamo Dresden um die Lizenzerteilung für die kommende Saison bangen.
Wie Geschäftsführer Volker Oppitz am Mittwoch mitteilte, müssen die Sachsen für die 3. Liga Bürgschaften in Höhe von 2,045 Millionen Euro beim DFB belegen, für die 2. Liga wären dies aufgrund der zu erwartenden Fernsehgelder lediglich 830.000 Euro, die bei der Deutschen Fußball-Liga jeweils bis zum 1. Juni nachzuweisen sind.
Noch laufen aussichtsreiche Gespräche mit Sponsoren und Partnern, doch ohne Hilfe der Stadt droht dem Verein der Lizenzentzug. "Das wird eine Herkulesaufgabe und wenn wir keine Unterstützung von der Stadt oder den städtischen Unternehmen erhalten, dann ist die Situation aussichtslos", betonte Oppitz.
Dynamo hofft auf einen Finanzanschub in Höhe von einer Million Euro von der Landeshauptstadt und darauf, die Bürgschaftssumme weiter drücken zu können. Oppitz' Ziel: 1,5 bis 1,7 Millionen Euro für die Drittklassigkeit.
Bislang mündlich zugesichert sind dem Traditionsklub um die 600.000 Euro durch Geldgeber, auf einem Treuhandkonto liegen 57.000 Euro durch die Aktion "Fan-Bürgschaft". Die finanzielle Schieflage erklärte Oppitz mit dem verschärften Lizenzierungsverfahren und mit Altlasten: "In den vergangenen vier Jahren hat der Verein ein Minus von 3,2 Millionen Euro eingefahren."
Dynamo plant für die kommende Saison in der 3. Liga mit einem Etat von rund 10 Millionen Euro, in der 2. Liga wären es 14 Millionen Euro.
Am Freitag (20.30 Uhr) in Dresden und am kommenden Dienstag (20.30 Uhr) beim VfL Osnabrück spielt die Mannschaft von Trainer Ralf Loose um den Aufstieg in die 2. Liga.
Dörner: "Wenn das Stadion gefüllt ist, bekommt hier jeder Gegner Angst"
Dresdens Fußball-Ikone Hans-Jürgen "Dixie" Dörner ist rein sportlich gesehen guter Dinge. "Hier herrscht derzeit eine riesige Fußballstimmung. Dresden hat es verdient, wieder zweitklassig zu sein. Wenn das Stadion gefüllt ist, bekommt hier jeder Gegner Angst", sagte er im SID-Interview und erwartet ein "tolles Spiel".
Dörner traut Dynamo zu, die Hürde Osnabrück zu nehmen. "Dann haben wir den ersten Schritt gemacht." Auf dem Weg in die Erstklassigkeit wohlgemerkt. "Langfristig muss die Bundesliga das Ziel sein", sagte der frühere Trainer von Werder Bremen: "Aber da gehört sehr, sehr viel Arbeit dazu. Das wird noch ein paar Jahre dauern."