01.August 2011, 14:49 Uhr
Fussball
Jupp Heynckes (66) tüftelt an der Defensive. Für ihn steht fest: Breno (21) muss definitiv bleiben. Wie Philipp Lahm (27) äußern sich alle Spieler des FC Bayern über den ersten dienstlichen Pflichttermin 2011/12 an diesem Montag im Pokal in Braunschweig. Respekt vor dem Zweitligisten tun sie alle kund, "aber wir sind der FC Bayern", betont der Kapitän, "wir fahren da hin, um zu gewinnen". Doch den gelungenen Saisoneinstieg des Aufsteigers sowie die dadurch gesteigerte Aufstiegseuphorie haben sie in München sehr wohl registriert. Jupp Heynckes (66) verweist zudem auf die bösen Überraschungen, die andere Favoriten aus der Bundesliga gegen ligentiefere Gegner erdulden mussten: "Wir werden dieses Spiel konzentriert angehen, dann wird sich unsere Klasse durchsetzen." Sportdirektor Christian Nerlinger (38) bittet darum: "Wir müssen gut starten." Vor diesem Saisonbeginn 2011/12 ist eine ganz besondere Anspannung beim FC Bayern zu spüren.
Denn einige Defizite müssen schnellstens korrigiert werden, vor allem in der kollektiven Defensivarbeit. Der neue Trainer übt längst die Gegenmaßnahmen: Pressing, kollektive Balleroberung, Verhalten bei Flanken in den eigenen Strafraum. Holger Badstuber (22) und Daniel van Buyten (33) wurden da etwa angehalten, nicht nur den heranfliegenden Ball im Blick zu behalten, sondern auch den Gegner im Rücken. "Wir müssen alle zusammenarbeiten, nicht nur der Torwart und die Viererkette, auch die zwei Sechser", sagt Manuel Neuer, "bei gegnerischem Ballbesitz muss das gesamte Team defensiv denken."
Kommunikation zwischen den Akteuren ist da hilfreich, dazu braucht es einen Kommandogeber - oder mehrere, wie Heynckes meint. Er nennt generell die Kapitäne Lahm und Bastian Schweinsteiger, der an diesem Montag 27 Jahre alt wird, sowie Jerome Boateng (22). "Der kann das", sagt der Chef, "obwohl er sehr ausgeglichen und ruhig ist." Boateng selbst räumt ein: "Ich weiß, dass ich meinen Mund mehr aufmachen muss, ich werde mich bemühen." Er ist bereit, mehr Verantwortung zu tragen. Seinen Auftritt gegen Barcelona (0:2) beobachtete sein neuer Coach mit Wohlwollen: "Er strahlte Ruhe aus, ist sehr schnell, das gefiel mir gut."
Breno kommt auf die Beine
Genauso ist Heynckes sicherlich aufgefallen, dass der andere Neuzugang für die Viererkette, Rafinha (25), in einigen direkten Duellen von den Barca-Dribblern überspielt wurde, als wäre er gar nicht vorhanden. Da trifft es sich doch gut, dass Breno (21) allmählich auf die Beine kommt. Der Verteidiger aus Brasilien begann nach seiner Knieoperation mit dem Lauftraining, Heynckes hofft, "dass der Junge die Belastung gut verkraftet, das wäre wichtig, weil ich eine Alternative für die Innenverteidigung brauche". Zudem sieht er in Breno auch einen Außenverteidiger, "wenn er fit ist". Der vom Vorstand Karl-Heinz Rummenigge angedachte Verkauf Brenos - es gab Anfragen aus Brasilien - ist für den Trainer kein Thema, er stellt klar: "Breno bleibt hier, definitiv." Das Transferfenster in Brasilien ist seit dem 20. Juli ohnehin geschlossen.
Im Lauftraining wird Breno ab diesem Montag Franck Ribery (28) treffen. Heynckes möchte "nicht ausschließen", dass der Franzose nach seiner Sprunggelenksverletzung am kommenden Sonntag gegen Mönchengladbach zum Kader gehört. Bei Robben ist davon fest auszugehen.