10.März 2010, 08:18 Uhr
Fussball
In einem wahren Europapokal-Krimi hat sich der FC Bayern München beim AC Florenz für das Viertelfinale der Champions League qualifiziert. In der Toskana unterlagen die Münchner am Dienstag zwar mit 2:3 (0:1), nach dem 2:1-Heimerfolg im Hinspiel gaben die auswärts mehr erzielten Tore den Ausschlag zu Gunsten der Münchner.
Nach Treffern von Juan Vargas (28.) und Stevan Jovetic (54., 64.) liefen die Bayern beim 0:2 und 1:3 gleich zweimal einem klaren Rückstand hinterher, konnten aber durch zwei unhaltbare Fernschüsse von Kapitän Mark van Bommel (60.) und Arjen Robben (65.) immer wieder zurückschlagen.
"Das ist ein großer Erfolg. Es war ein Spiel von hoher Spannung und nach beiden Seiten offen. Ich bin froh, dass wir weitergekommen sind. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Moral und Charakter hat und jederzeit gezeigt hat, dass sie zurückschlagen kann", freute ein erleichterter Sportdirektor Christian Nerlinger nach der Partie.
Alaba feiert Debüt in der Startelf
FCB-Trainer Louis van Gaal, der auf Martin Demichelis und Diego Contento verzichten musste, brachte drei Tage nach dem 1:1 beim 1. FC Köln seine Stars Franck Ribery und Arjen Robben wieder von Beginn an. Robben hatte in Köln noch wegen einer Grippe gefehlt, Ribery war wegen der Belastungen im Länderspiel mit Frankreich erst zur zweiten Hälfte gekommen. Und der Coach verschaffte Youngster David Alaba, der mit seiner Einwechslung in Köln zum jüngsten Bayern-Profi in der Bundesliga-Geschichte aufstieg, ausgerechnet in der Königsklasse seinen ersten Einsatz bei den Profis von Beginn an. Der Ersatz für den verletzten Contento machte seine Sache über weite Strecken gut.
Bei null Grad, starkem böigen Wind und Regen war flüssiger Kombinationsfußball im Stadion Artemio Franchi kaum möglich, vieles war dem Zufall überlassen. Die Spieler beider Mannschaften hatten zu Beginn erheblich mit den schwierigen Verhältnissen zu kämpfen. Die Bayern spielten zunächst gegen den Wind, bei den Gastgebern gerieten die ersten Pässe hingegen viel zu weit. Gefährlich wurde es dann aber bei der ersten Standardsituation. Ein Freistoß von Stevan Jovetic aus rund 30 ging knapp über das Tor von Jörg Butt (6.).
Die Bayern kamen erstmals nach einer Viertelstunde vielversprechend an den Strafraum des Gegners, eine Torchance ergab sich aber nicht. Florenz hatte ebenfalls Schwierigkeiten im Spielaufbau, lediglich zwei Linksflanken von Juan Vargas sorgten für Gefahr. Der war dann aber in der 28. Minute zur Stelle. Einen 30-m-Flachschuss von Marco Marchionni konnte Butt nur abklatschen lassen, Vargas traf aus acht Metern halblinks in den Winkel. Dabei kam Daniel van Buyten zu spät.
Muskelfaserriss bei Mario Gomez
Die Bayern reagierten sofort, doch die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich vergab dann Robben, der freistehend aus elf Metern an Florenz-Keeper Sebastien Frey scheiterte (34.). Nach einer halben Stunde war die Begegnung für Mario Gomez bereits beendet, er hatte einen Sprint abbrechen müssen und fällt mit einem Muskelfaserriss vorerst aus. Für ihn kam Miroslav Klose, der kurz vor der Pause einen Kopfball über das Tor setzte (45.+1).
Trotz Rückenwind kamen die Bayern direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit in Schwierigkeiten. Zunächst scheiterte Alberto Gilardino mit einem Schuss aus sechs Metern an Butt (50.), wenig später wurde es dann noch schlimmer. Nach einer scharfen Hereingabe von rechts und einer Ablage traf Jovetic vom Elfmeterpunkt mit einem Flachschuss in die lange Ecke zum 2:0 (54.).
Turbulente zweite Halbzeit - Tore im Minutentakt
Mit dem ersten guten Angriff der zweiten Halbzeit und der ersten guten Aktion von Ribery kamen die Bayern direkt zum Anschlusstreffer. Nach einem Pass von der rechten Strafraumgrenze des Franzosen traf van Bommel mit einem Flachschuss aus 17 m zum 1:2 (60.).
Mitte der zweiten Halbzeit wurde das Spiel immer turbulenter. Nach einer Kopfball-Vorlage von Gilardino ließ erneut Jovetic (64.) Bayern-Verteidiger van Buyten alt aussehen und erzielte das 3:1 für Florenz. Doch die Bayern-Antwort folgte nur eine Minute später. Arjen Robben setzte den Ball aus 22 m in den linken oberen Torwinkel und bescherte den Münchnern den so wichtigen Anschlusstreffer, der am Ende zum Weiterkommen reichte.