31.Mai 2011, 18:37 Uhr
Fussball
Beim Drittligisten Babelsberg 03 geht zurzeit alles drunter und drüber. Nicht genug, dass die Potsdamer noch um die Drittligalizenz bangen. Nun musste der Verein auch noch eine Razzia durch das Landeskriminalamt (LKA) über sich ergehen lassen. Im Zentrum der Ermittlungen steht der ehemalige Babelsberger Aufsichtsrats-Chef Peter Paffhausen.
"Wir haben in der Angelegenheit strafprozessuale Maßnahmen vorgenommen", sagte Sprecher Helmut Lange von der Potsdamer Staatsanwaltschaft gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (SID). Neben den Räumen des SV Babelsberg wurden auch die Wohnung des früheren Stadtwerke-Chefs Paffhausen sowie Geschäftsräume der Potsdamer Stadtwerke durchsucht.
Paffhausen ist wegen angeblich illegaler Bürgschaften in den Fokus der Ermittler geraten. Der vor zehn Tagen abgelöste Stadtwerkechef soll zwei Spielzeiten lang Etatlücken des Fußballvereins mit Bürgschaften der Stadtwerketochter EWP ausgeglichen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen angeblicher Untreue. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen eine Geldstrafe oder Freiheitsentzug. Paffhausen blieb zunächst auf freiem Fuß.
Unterdessen setzt der neue Präsident Thomas Bastian den Kampf um den Klassenerhalt fort. "Ich werde mit Firmen bis zur letzten Minute kämpfen", sagte der 51-Jährige. Kino-Besitzer Bastian war am Montagabend auf der Vorstands- und Aufsichtsratssitzung einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt worden und sucht händeringend nach Sponsoren, um die Etatlücke von insgesamt 1,4 Millionen Euro zu stopfen.
Bis Mittwoch (15.30 Uhr) haben die Potsdamer Zeit, Klarheit zu schaffen, in welcher Liga im nächsten Jahr gespielt wird. Bis dahin müssen die Unterlagen für die kommende Saison beim DFB eingereicht sein.
Ermutigend für Bastian ist das hohe Spendenaufkommen seitens der Fans: Es sei eine sechsstellige Summe zusammengekommen. Die Stadt Potsdam will zudem 700.000 Euro beisteuern. Trotz der finanziell prekären Lage denkt der Klub nicht daran, die Namensrechte für das traditionsreiche Karl-Liebknecht-Stadion zu veräußern.