04.Juni 2011, 08:23 Uhr
Fussball
In der österreichischen Hauptstadt Wien ist es wenige Stunden vor dem Anpfiff des EM-Qualifikationsspiel zwischen Österreich und Deutschland zu Ausschreitungen deutscher Hooligans gekommen. Mehr als 100 gewaltbereite deutsche Anhänger seien festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Zur Zahl der Verletzten konnte der Sprecher zunächst keine Angaben machen.
Schwerpunkt der Randale sei der Schwedenplatz gewesen. Dieser am Franz-Josef-Kai gelegene Platz ist nicht nur einer der Verkehrsknotenpunkte Wiens, sondern liegt auch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Weggeh- und Szeneviertel "Bermudadreieck". Laut der Polizei hätten die deutschen Hooligans in Lokalen und Geschäften rund um den belebten Platz randaliert.
Bereits am Donnerstagabend hatte es in der Gegend rund um den Schwedenplatz Zusammenstöße von Fans und Polizei gegeben. Rund 150 gewaltbereite Anhänger der DFB-Elf zettelten nach Angaben der Polizei eine Schlägerei mit Österreichern an und demolierten ein Lokal. Zwei Deutsche wurden festgenommen.
Insgesamt gehen die Behörden davon aus, dass sich rund 400 gewaltbereite deutsche Fans in Wien aufhalten. Aber auch die österreichische Krawallfraktion wird auf rund 400 Personen geschätzt. Deshalb gelten auf dem Weg ins und im Stadion selbst strenge Sicherheitsvorkehrungen. Auch szenekundige Beamte aus Deutschland sind nach Wien gereist.
Die Behörden gehen davon aus, dass die ungewöhnlich hohe Zahl von Randalierern durch die Vorkommnisse beim letzten Wiener Derby zwischen Rapid und Austria vor zehn Tagen zu erklären sei. Die Partie musste abgebrochen werden, nachdem Rapid-Ultras das Spielfeld stürmten und Fans wie eigene Spieler angriffen.