Fussball
11.Juni 2008, 15:37 Uhr
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Trotz des großen Lobes für seine Person durch den Bundestrainer geht Arne Friedrich nicht davon aus, gegen Kroatien in der Startelf zu stehen. "Bei einem 2:0-Sieg gegen Polen hat der Trainer natürlich alles richtig gemacht", so der Berliner, der noch bei der WM seinen festen Platz auf der rechten Seite in der Viererkette hatte und sich momentan in die Reservistenrolle gedrängt sieht.

Auf Friedrichs Position ist momentan Philipp Lahm gesetzt. Friedrich sagte auf der heutigen DFB-Pressekonferenz, der Bundestrainer sehe ihn offenbar als eine Alternative in der Innenverteidigung. "Ich lasse mich überraschen, schließlich sind es noch ein paar Spiele", so der 29-Jährige. Durch gute Leistungen im Training - gestern legte er sogar eine Extra-Schicht ein - will er sich anbieten. Das Lob von Joachim Löw sieht er nicht unbedingt nur als verbale Streicheleinheit: "Der Bundestrainer weiß, dass er mich nicht bei Laune halten muss." Tatsächlich habe er nach dem durchwachsenen Jahr bei Hertha nicht nur im körperlichen, sondern auch "im mentalen Bereich viel getan" und eigens einen Mentalcoach aufgesucht.

Auf die Frage, ob er sich nicht vorstellen könne, zu einem anderen Verein zu wechseln, antwortete Friedrich mit dem Hinweis, immerhin spiele die Hertha im kommenden Jahr wegen der Fairplay-Wertung im UEFA-Pokal. In Berlin habe er noch Vertrag für ein Jahr - danach werde man weitersehen.

Clemens Fritz peilt unterdessen bei der EURO 2008 klar das Finale an. Ein Erreichen "nur" des Halbfinales wie vor zwei Jahren bei der WM in Deutschland wäre für den Bremer diesmal nicht genug. "Das ist unser Ziel. Ich denke nicht daran, nur das Halbfinale erreichen zu wollen. Das wäre ein Rückschritt", sagte Fritz in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Fritz war im Spiel gegen Polen (2:0) neben Mario Gomez der einzige Akteur in der Startformation, der bei der WM vor zwei Jahren nicht mit dabei war. Für das zweite Gruppenspiel am Donnerstag gegen Kroatien in Klagenfurt hofft der 15-malige Nationalspieler auf eine ähnliche Einstellung des Teams wie schon im ersten Gruppenspiel: "Für uns geht es darum, so wie im Polen-Spiel aufzutreten: genauso aggressiv mit der gleichen Leidenschaft und Laufbereitschaft." Allerdings hält Fritz die Kroaten für deutlich stärker, denn diese "haben die besseren Einzelspieler im Vergleich zu Polen. Sie können sehr, sehr druckvoll agieren."

Schiedsrichter der Partie am Donnerstag wird der Belgier Frank de Bleeckere sein. Der 41-Jährige, der perfekt deutsch spricht, leitete schon bei der WM 2006 in Deutschland vier Partien. Im Blickpunkt stand er aber vielmehr beim WM-Qualifikationsspiel Türkei gegen Schweiz, das von zahlreichen Tätlichkeiten der Spieler überschattet war.

Der 2:0-Sieg gegen Polen zum Auftakt sorgt unterdessen noch für merkwürdige Kapriolen im Nachbarland. Ein polnischer Politiker forderte am Mittwoch, Lukas Podolski wegen seiner zwei Tore die polnische Staatsbürgerschaft zu entziehen. Nach Angaben von DFB-Kommunikationsdirektor Harald Stenger sei diese Frage für Podolski kein Thema, denn dieser besitze gar keinen polnischen Pass.
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