Fussball
17.März 2010, 19:37 Uhr
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Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld stehen ungemütliche Zeiten bevor. Nach dem Punktabzug durch die DFL haben die Ostwestfalen das Thema Wiederaufstieg abgehakt. Für die kommende Spielzeit erwartet Geschäftsführer und Interimstrainer Detlev Dammeier harte Einschnitte. "Wir wissen nicht, ob wir jetzt unsere Leistungsträger noch halten können", gab der vielbeschäftigte Dammeier zu.

"Es wird Veränderungen geben. An das Thema Aufstieg haben wir einen Haken gemacht. Wir wissen nicht, ob wir jetzt unsere Leistungsträger noch halten können", sagte Dammeier dem SID.

Die Trainersuche ist nach der Entlassung von Thomas Gerstner laut Dammeier angesichts der Probleme zweitrangig: "Wir werden die Saison nicht mehr zu einem erfolgreichen Abschluss bringen können, deswegen ist das nicht so akut. Ich schließe aber aus, dass ich die Mannschaft dauerhaft trainiere."

Es sei "damit zu rechnen", dass die DFL der Arminia für die kommende Saison Auflagen erteilt: "Wie streng die ausfallen, ist nicht abzuschätzen." Die Arminia hat ihre Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison eingereicht und muss drastische Einschnitte vornehmen, um ihre Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Angeblich klafft in der Kasse ein 2,5-Millionen-Euro-Loch.

Die DFL hatte die Ostwestfalen wegen Verstoßes gegen die Bestimmungen der Lizenzierungsordnung mit dem Punktabzug und 50.000 Euro Geldstrafe belegt. Die DFL wirft dem Klub Wettbewerbsverzerrung vor. Trotz des Finanzlochs hatte die Arminia im Gegensatz zu anderen Vereinen keine Auflagen für die Wintertransfers erhalten, da die Summe gegenüber der Liga nicht kommuniziert worden war. Im Winter hatten die Ostwestfalen neben dem zuletzt vereinslosen Torhüter Patrick Platins den togolesischen Nationalspieler Assimiou Touré von Bayer Leverkusen geholt.


Inzwischen hat derPunktabzug erste personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Nach "massiven Beleidigungen und persönlichen Bedrohungen" reichte Vize-Präsident Frank Kottmann am Mittwoch seinen Rücktritt ein.

"Eines meiner Ziele war, eine größtmögliche Transparenz in die Vereinsarbeit zu bringen. Dazu gehört auch, dass Probleme auf den Tisch kommen müssen, wenn man sie lösen will", sagte Kottmann: "Dass nun, wo die Probleme bekannt sind, von außen Anfeindungen in Form von massiven Beleidigungen und Bedrohungen gegen mich persönlich ausgesprochen werden, kann ich nicht akzeptieren. Aus diesem Grund trete ich mit sofortiger Wirkung zurück."

Präsident Hans-Hermann Schwick nahm die Entscheidung mit Bedauern auf. "Aber wir respektieren seinen Entschluss selbstverständlich. Trotz der sicher nicht einfachen momentanen Situation sind persönliche Anfeindungen und Beleidigungen jeglicher Art zu verurteilen."
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