<< Zurück zur HTML-Ansicht <<

10.März 2010, 14:32 Uhr - 1860 wehrt sich vehement

Am Montag sorgte eine Mitteilung des DFB, bei der Partie von 1860 gegen RW Ahlen gebe es einen "Hinweis auf eine möglicherweise beabsichtigte Spielmanipulation", für große Aufregung. Seitdem begründete von Verbandsseite niemand mit Fakten diesen heftigen Vorwurf. Nun setzen sich die "Löwen" zur Wehr und greifen den DFB heftig an.

Sofort nach Bekanntwerden der vagen Mitteilung des DFB hatten sowohl RW Ahlen als auch 1860 München jeglichen Verdacht von sich gewiesen. Jetzt attackieren die Münchner den Verband für sein Vorgehen mit harten Worten.

"In welcher Welt leben wir eigentlich, dass unschuldige Menschen an den Pranger gestellt werden? Ich kann das Vorpreschen des DFB nicht verstehen", echauffierte sich 1860-Trainer Ewald Lienen in einem Interview der Abendzeitung. "Man muss schon sehr gute Argumente haben, sonst ist man schnell in der Ebene des Rufmords", ergänzte Lienen aufgebracht und stellte fest: "Bis jetzt steckt da nicht ein Funken Wahrheit drin. Das ist eine Sauerei. So geht der Fußball kaputt." Und in Richtung DFB sprach der 56-Jährige von einer "klaren Verletzung der Sorgfaltspflicht".

Ähnlich äußerte sich Vizepräsident Franz Maget. Der DFB habe seine Fürsorgepflicht gegenüber dem Mitglied 1860 verletzt, sagte der SPD-Politiker: "Das ist ungeheuerlich. Das ist rufschädigend, das lassen wir uns nicht gefallen." Die Vorwürfe seien "völlig substanzlos. Möglicherweise werden Vermögenswerte von uns zerstört, junge Leute kaputtgemacht." Der DFB müsse seiner Fürsorgepflicht endlich nachkommen, forderte Maget: "Er muss uns schützen."

Lienen und Maget stellten sich zugleich schützend vor die Spieler, die nach Angaben der Sechzig-Verantwortlichen nun zu Unrecht unter dem Verdacht der Manipulation stünden. "Wir vertrauen unseren Jungs ohne Einschränkung zu hundert Prozent", erklärte Maget.

Sportdirektor Miroslav Stevic verwahrt sich ebenfalls gegen Verdächtigungen. "Wir werden ohne Fakten unter Verdacht gestellt." Und weiter: "Das Fass ist voll. Mir kommt es so vor, als ob wir für sämtliche Weltkatastrophen mitverantwortlich wären. Das ist Wahnsinn!"

Die Münchner wissen noch immer nicht, was ihnen konkret vorgeworfen wird. "Mir ist nicht bekannt, dass jemals einer ohne den Hauch eines Belegs mit substanziellen Anschuldigungen konfrontiert wurde", sagte Maget der Süddeutschen Zeitung.

Mit Befremden nahmen sie zur Kenntnis, dass - entgegen anderslautender Meldungen - die Staatsanwaltschaft Bochum in dieser Sache angeblich noch gar nicht ermittelt. "Bisher kann ich noch nicht einmal bestätigen, dass die Unterlagen überhaupt bei uns eingegangen sind", zitierte die Bild-Zeitung Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel.

Autor: Christian